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Gransee Syrische Familie vermisst die Heimat
Lokales Oberhavel Gransee Syrische Familie vermisst die Heimat
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19:28 29.11.2018
Familie Alshwesh lebt seit dem vorigen Jahr wiedervereint in Gransee. Mittendrin ihr Pate Klaus Bednarz. Quelle: Martina Burghardt
Gransee

 Weihnachtsschmuck gibt es in der Plattenbau-Wohnung der Familie Alshwesh nicht. Aber Samar freut sich schon auf das Fest, sie liebt die glitzernde Dekoration überall in der Stadt. Ihre Augen leuchten, auch wenn die 40-Jährige im Moment ein wenig müde ist. Ihre sechs Kinder – Maysaa (18), Bayan (16), Hamza (14), Moazez (10), Turad (8) und Sara (4) – halten sie ordentlich auf Trab.

Nachhilfe in Deutsch

Trotzdem freut sich die Familie, wenn Klaus Bednarz zu Besuch kommt. Der 75-Jährige gibt dann meist Nachhilfe beim Deutschlernen. „Ich wollte helfen“, erklärt er sein Engagement. „Es ist gut, dass die Kinder schon ein bisschen Deutsch können.“ In der Willkommensinitiative Gransee gibt es mehrere Helfer wie ihn, die Migranten unterstützen.

Die Kinder gehen zur Schule

Die Sprache zu lernen ist schwer, aber Mohamad Alshwesh und seine Frau wissen, wie wichtig das ist. Beide besuchen Kurse, die Kinder gehen zur Schule, die Jüngste in den Kindergarten. Der 43-Jährige sucht im Netz nach Bildern von seiner Heimat in Syrien. „Eine schöne Stadt, so groß wie Gransee“, sagt Maysaa. Ihr Vater findet Videos, auf denen Flugzeuge zu sehen sind, Explosionen und zerstörte Gebäude. Seine Familie lebte in der Nähe von Hama im Nordwesten Syriens. Mehrere Familienangehörige starben im Krieg. Samar zählt sie auf, es sind mehrere Cousins, ein Neffe ist auch tot.

Vater und Sohn flüchten mit dem Boot

2015 flüchtete der 43-Jährige Mohamad mit dem Sohn, einen Teil des Weges legten sie im Boot zurück. Samar Alshwesh folgte mit den Kindern zwei Jahre später. Zu Fuß erreichten sie ein Flüchtlingslager in der Türkei, lebten dort vier Monate. Samar Alshwesh konnte arbeiten und etwas Geld verdienen. 2017 war die Familie in Gransee wieder vereint. Sie sind erleichtert, aber wie in der Heimat ist es nicht. Dennoch haben die Kinder Freundschaften geschlossen. Maysaa zu Beispiel, wobei die meisten ihrer Freundinnen ebenfalls Ausländerinnen sind. Viele Freunde hat ihr Bruder Hamza, der bei den C-Junioren in Gransee Fußball spielt.

Mama bringt die Geschenke

Weihnachten wird auch in Syrien gefeiert, aber anders als in Deutschland. Die Alshweshs erzählen von Partys, bei denen Familie und Nachbarn zusammenkommen, wo Musik gespielt und getanzt wird. „Ohne Alkohol“, wie Mohamad betont. „Die Frauen essen und sprechen gleichzeitig“, scherzt Samar und verrät, dass die Mama die Geschenke bringt, wenn die Kinder schlafen.

Hoffen auf Arbeit

Familie Alshwesh wünscht sich zu Weihnachten „alles Gute für die Welt“ und dass die Kinder gut in der Schule sind. Vielleicht finden die Eltern ja auch bald Arbeit – er als Busfahrer, sie als Krankenschwester oder Schneiderin.

Von Martina Burghardt

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