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Festzug durch die Geschichte

Badingen Festzug durch die Geschichte

Mit einem gewaltigen Fußmarsch und einem Festumzug aus 21 historischen Bildern erfreuten die Badingener am Samstag die Gäste ihrer 750-Jahrfeier. Pünktlich zum Festwochenende war auch der historische Dorfpfad fertig.

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Mehr als 150 Akteure und 60 Fahrzeuge und Fuhrwerke zogen am Samstag von Osterne nach Badingen. 21 historische Bilder wurden zum Leben erweckt.

Quelle: Cindy Lüderitz

Badingen. Mit einem solchen Auftritt hätten viele nicht gerechnet. Für ein 660-Seelen-Dorf fuhren die Badingener am Samstag ziemlich groß und viel auf: mehr als 150 Akteure, dazu 60 Wagen, Traktoren, Trabanten, Kutschen und Mähdrescher gestalteten einen nicht enden wollenden Festzug, der zusammengenommen gerade so auf die mehr als ein Kilometer lange Dorfgerade vor dem Festen Haus passte. 21 historische Bilder aus der 750-jährigen Geschichte wurden zum Leben erweckt: angefangen von den Rittern über die Herren von Trott, die Entwicklung von Gewerbe und Handel, die Ziegelei, die Mühlen, die Schule und die Kita.

Hunderte Zuschauer standen an der Chaussee und an der Dorfstraße Spalier

Hunderte Zuschauer standen an der Chaussee und an der Dorfstraße Spalier.

Quelle: Cindy Lüderitz

„Das war ein Jahr harte Arbeit“, sagte Ortsvorsteher Claus-Dieter Wilksch und fügte nach dem größten Stress hinzu: „Ich bin sehr stolz auf das Dorf“. Die Einwohner haben sich einiges einfallen lassen, um die urkundliche Ersterwähnung ihres „Badinghe“ im Jahre 1267 zu würdigen. „Das erlebt man auch nur einmal“, sagte Sven Kausel. Er war die treibende Kraft hinter dem Festmarsch. Für ihn stand von Anfang an fest: Kein Jubiläum ohne Umzug. Alles, was das Dorf jemals zu bieten hatte oder immer noch bietet, sollte darin vorkommen.„Es war eine schöne Zeit, das zu organisieren und es haben so viele dabei geholfen, dass es gut wird“, betonte Kausel. Anderthalb Stunden dauerte der über drei Kilometer lange Marsch mit Start in Osterne und mehreren Schleifen. Die Befürchtung des Ortsvorstehers, wenn so viele Menschen mitlaufen, wäre keiner mehr da, der zuguckt, bewahrheitete sich auch nicht: hunderte Besucher standen an der Chaussee und auf der Dorfstraße Spalier.

Große und kleine Einwohner reihten sich in hübschen Kostümen in den Festzug ein

Große und kleine Einwohner reihten sich in hübschen Kostümen in den Festzug ein.

Quelle: Cindy Lüderitz

Pünktlich zum Festwochenende war auch der historische Pfad komplett. Vor vielen Häusern in der Dorfmitte stehen jetzt kleine Informationstafeln, die verraten, was sich früher hinter der jeweiligen Fassade verbarg: die ehemalige Schuhmacherwerkstatt, der frühere Konsum, die alte Schlächterei oder die Gastwirtschaft mit Festsaal. Nicht direkt ein Festbuch, sondern eine Broschüre mit „Erinnerungen eines märkischen Dorfes“ haben die Badingener anlässlich des Jubiläums herausgegeben. Einen Winter lang hat Gerd Bratfisch an dieser Zeittafel geschrieben und sich dabei vor allem auf die Zusammenarbeit mit Stadtarchivarin Margitta Gatzke, das Familienbuch von Klaus Euhausen, historische Notizen und die Einwohner selbst gestützt: „Ich bin rumgegangen und habe alte Fotos gesammelt. Da ist ziemlich viel zusammengekommen“, sagte er.

Die Vorhut

Die Vorhut: Badingen zeigt Flagge.

Quelle: Cindy Lüderitz

Das gilt auch für gesammelten Schlagzeilen, die Badingen vor allem in der jüngeren Geschichte schrieb: vom organisierten Kunstraub aus dem denkmalpflegerischen Kabinett in der ehemaligen Schlosskapelle über die Demonstrationen gegen die geplante JVA in Osterne oder den Protest von Genmaisgegnern, die einen Acker stürmten und einen Großeinsatz der Polizei provozierten. Zumindest zu Showzwecken wurde am Samstag auch auf dem Schlosshof gekämpft. Askanier-Ritter kreuzten die Klingen. Die Schützen schossen Salut und die Feuerwehrblaskapelle spielte ein einstündiges Platzkonzert.

Wenn er sich anlässlich des Dorf-Geburtstages etwas wünschen könnte, dann wären es umfassende Sanierungsarbeiten am Festen Haus, erklärte Ortsvorsteher Claus-Dieter Wilksch. Leider fehlten dazu bislang die finanziellen Mittel und ein Nutzungs-Konzept. Privatisiert soll das Denkmal aber nicht werden – es ist und bleibt der Mittelpunkt des Dorfes.

Von Cindy Lüderitz

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