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Bittere Tränen in Zootzen

Auszug aus dem Waldhof Bittere Tränen in Zootzen

Der Förderverein des Schullandheims in Zootzen musste vor zwei Wochen seine Heimstatt am Stolpsee räumen und sucht für seine 90 Mitglieder eine neue Bleibe. Das Objekt im Norden des Landkreises wird künftig als Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge genutzt. Der Bezug ist für Februar geplant.

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Abschied: Mehr als 40 Vereins-Mitglieder halfen beim Auszug aus dem Waldhof.

Quelle: Privat

Zehdenick/Zootzen. Es seien bittere Tränen geflossen, als die Mitglieder des Fördervereins Waldschule Zootzen vor wenigen Tagen ihre Heimstatt räumen mussten, sagt Günter Borkowski. Ihm als Vereinsmitglied und langjährigen Leiter der seit 1992 betriebene Bildungsstätte am Stolpsee ging der Auszug sehr nahe. Ab Februar werden in Zootzen minderjährige Flüchtlinge untergebracht. 47 Plätze bietet die Einrichtung, die vom Jugendhilfeträger Neustart des Johannesstifts betrieben wird.

Lange Zeit hatten die Vorstandsmitglieder gehofft, dass es in Zootzen ein Nebeneinander geben könnte und über mögliche Kooperationen beraten. Im Januar wurde den Akteuren mitgeteilt, dass sie den Waldhof verlassen müssen. Damit steht der Förderverein mit kreisweit 90 Mitgliedern ohne Heimat da. Sämtliches Vereinsinventar wurde im OSZ Zehdenick untergestellt. Die Treffen der Arbeitsgemeinschaften finden vorerst an unterschiedlichen Orten statt. Wie es mit der Arbeit weitergeht, ist unklar. „Wir fühlen uns mit unseren Sorgen allein gelassen“, sagte Günter Borkowski am Mittwoch bei einer SPD-Versammlung im Beisein von Landrat Ludger Weskamp in Zehdenick.

Er betonte, er habe größtes Verständnis für die Unterbringung der jungen Flüchtlinge. Bedauerlich sei aus seiner Sicht, dass der Förderverein lange Zeit im Unklaren darüber gelassen worden sei, wie und wo es für ihn weitergeht, und dass womöglich eine einzigartige Bildungsstätte für immer verloren gehe. Noch im September habe es geheißen, am Standort sei lediglich eine zeitweilige Unterbringung geplant. Erst im Januar habe der Förderverein erfahren, dass er ausziehen muss und der Abschied womöglich für immer ist.

Der Landrat hatte vor den SPD-Genossen gerade erklärt, wie froh er darüber sei, dass der Landkreis trotz des Zuzuges von mehr als 2000 Flüchtlingen im vergangenen Jahr weder Menschen in Turnhallen noch in Zeltlagern unterbringen und auch keine Einrichtung geschlossen werden musste, um die Unterbringung abzusichern. Der Waldhof ist so gesehen die erste Ausnahme. Weskamp sagte, die Entscheidung sei ihm weder leicht gefallen noch habe er sie leichtfertig getroffen. „Wir verlieren hier etwas, was den Landkreis ausgezeichnet hat“, so der Verwaltungschef. Seit klar ist, dass alle Landkreise minderjährige Flüchtlinge aufnehmen müssen, sei in Oberhavel nach geeigneten Objekten gesucht worden und das Schullandheim als einzige mögliche Immobilie übrig geblieben. Weskamp widersprach in diesem Zusammenhang Gerüchten, wonach Zootzen eine Luxusherberge werde. Das gelte weder für die Ausstattung noch für das Personal. Hierbei richte sich der Träger nach gesetzlichen Vorgaben und die schreiben einen Personalschlüssel für Jugendliche von 1 zu 5 vor. Weskamp sagte, er könne derzeit nicht sagen, wielange der Waldhof genutzt werde. Das hänge auch davon ab, wie viele Minderjährige tatsächlich in den Landkreis kommen und wielange sie bleiben. „Wir werden Zeit brauchen, um uns neu zu sortieren. Was ich versprechen kann: Wir werden den Waldhof nicht vergessen“, betonte Fördervereinschef Rafael Noster.

Von Cindy Lüderitz

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