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Für Bundesligist Melsungen kein Spaziergang

Oranienburger HC Für Bundesligist Melsungen kein Spaziergang

Nicht aller Tage macht ein Handball-Bundesligist Halt in Oranienburg. Am Sonntag tat dies der letztjährige Tabellenvierte MT Melsungen. Das Testspiel war für die Männer aus dem Oberhaus alles andere als ein Füße vertreten.

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Felix Danner ist nicht zu bremsen: Robin Manderscheid, David Sauß und Robert Stelzig (v.l.) können nur noch hinterherschauen.

Quelle: FOTOS: ROBERT ROESKE

Oranienburg.
Oranienburger HC – MT Melsungen 24:31 (10:15). Das macht Lust auf mehr. Vor 632 Zuschauern behauptete sich der OHC gegen den MT Melsungen. Der Bundesligist und EHF-Cup Teilnehmer legte auf dem Weg ins Trainingslager einen Stopp in der Kreisstadt und gab eine Visitenkarte seines Könnens ab. Wer dabei an eine schonungslose Vorführung der zwei Klassen tiefer spielenden Oranienburger dachte, der irrte.

„Der Gegner hat uns gefordert“, zollte MT-Coach Michael Roth den Hausherren Respekt. Diese mühten sich nach Leibeskräften und spielten phasenweise auf Augenhöhe. „Wir haben versucht, nicht ängstlich zu sein und suchten unsere Chancen“, erklärte Darius Krai den Plan. Der Rückraumspieler gehörte zu den auffälligsten OHC-Akteuren, traf fünfmal und überraschte die Keeper des Spitzenclubs ein ums andere Mal mit frechen Würfen. Ganz zur Freude der Zuschauer, die gestern Nachmittag voll auf ihre Kosten kamen. Sie sahen 55 Tore, bekamen Autogramme und posierten mit den Profispielern für Fotos. Das Spiel geriet da fast zur Nebensache, obwohl es auf dem Parkett heiß her ging.

1:0, 3:2, 5:4 und 5:5 (15.) waren die Stationen eines überraschend ausgeglichenen Auftakts. „Das hat schon Spaß gemacht. Klar kann man gegen so eine Truppe immer etwas besser machen. Aber dafür, dass wir bisher kaum mit dem Ball trainiert haben, lief es schon ganz gut“, freute sich OHC-Kapitän Robin Manderscheid. Seine Mannschaft zeigte über 45 Minuten eine konzentrierte Vorstellung, erlaubte sich nur nach dem Seitenwechsel eine Schwächephase.

Das mit Nationalspielern gespickte Gästeteam – nur drei Akteure spielten noch nicht international – ließen ihre Klasse stets aufblitzen, trafen vor allem nach schnellen Gegenstößen, von den Außenpositionen und vom Kreis. Unachtsamkeiten der Heimmannschaft nutzte Melsungen abgezockt zum Torerfolg. Zwischenzeitlich enteilten die Hessen bis auf zwölf Tore (15:27, 48.). Roth: „Nach fünfeinhalb Stunden im Bus und bisher wenig Training mit dem Ball lief noch nicht alles rund bei uns. Aber ich bin zufrieden. Die 24 Gegentreffer sind schon okay. Die hat sich der OHC verdient.“

Roth hob vor allem einen Spieler hervor – OHC-Shooter Dominic Kehl. In der Vorsaison noch Torschützenkönig der 3. Liga Nord, zeigte sich der Linkshänder in guter Verfassung und netzte neunmal ein – häufiger traf kein Spieler. „Da müssen wir ja glatt aufpassen, dass Dominic nicht in den Bus der Melsungener steigt“, scherzte ein bestens aufgelegter OHC-Präsident Thomas Stahlberg. Er zeigte sich mit dem Ablauf der Veranstaltung vollends zufrieden. „Trotz des Feriensbeginns und der hochsommerlichen Temperaturen war die Halle gut gefüllt. “ Den Kontakt zum Bundesligaclub bekam Stahlberg über MT-Jugendkoordinator Axel Renner. Schnell war ein Termin gefunden und der finanzielle Rahmen geklärt. „Einen kleinen Obolus mussten wir schon hinlegen. Aber das haben wir gerne gemacht.“ Es sei vor allem ein Spiel für die Zuschauer gewesen. Und das war es auch. Ein Leckerbissen. Eine Partie, die Lust auf mehr macht.

Von Torsten Weigel

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