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Fürstenberg träumt wieder vom Titel

Bewerbung als Erholungsort Fürstenberg träumt wieder vom Titel

Vor elf Jahren war die Zeit für Fürstenberg noch nicht gekommen. Mit der Bewerbung um das Prädikat „Erholungsort“ war die Kommune damals gescheitert. Seither hat sich in der Wasserstadt vieles zum Positiven entwickelt und viele Hausaufgaben konnte die Stadt abarbeiten – nur die B96 führt immer noch mit viel Verkehr durch die Stadt.

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Zu zweit Probleme der Bürger angehen

Verträumt: mit sanierten Fachwerkhäuschen wirkt die Altstadt wie ein Puppenhaus.

Quelle: Uwe Halling

Fürstenberg. Den Traum vom Titel haben die Fürstenberger noch nicht begraben. Elf Jahre nach der gescheiterten Bewerbung um das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ wollen die Wasserstädter einen zweiten Anlauf unternehmen. Der Landesfachbeirat für Kur- und Erholungsorte hatte die Ablehnung seinerzeit mit einigen Hausaufgaben begründet. Um Erholungsort zu werden, fehlte es in der Kommune an grundlegenden Dingen: Wasserwanderrastplätze, Gastronomie, Beherbergung, Verkehrsberuhigung, Toiletten am Markt, Steganlagen.

2014 wurde das Konzept neu aufgelegt. Die Tourismus- und Regionalberatung BTE sammelte Daten und Meinungen, analysierte die touristische Situation, bewertete Stärken und Schwächen und präsentierte ein 92-seitiges Werk: die „Erholungsortentwicklungskonzeption für die Kernstadt Fürstenberg/Havel“.

„Seit 2005 ist viel passiert“, sagt Bürgermeister Robert Philipp. So mancher Mangel von damals sei beseitigt. Die Altstadt wurde saniert, es gibt einen Regionalladen, die Touristinfo, Wasserwanderrastplatz, Radwegenetz, gute Verkehrsanbindung (Bahn, Straße, Wasser), öffentliche Toiletten. Zu bieten hat Fürstenberg viele Seen mit einer ausgezeichneten Wasserqualität, abwechslungsreiche Gastronomie, ein adäquates Preis-Leistungs-Verhältnis, eine gute Infrastruktur. 40 000 Radfahrer steuern die Stadt jedes Jahr an, 25 000 Schleusungen wurden verzeichnet. Die Zahl der Übernachtungen stieg seit 2009 von 60 000 auf mehr als 80 000. „Auch die Zahl der Tagesgäste stieg“, sagt der Bürgermeister. Er nennt in dem Atemzug den Namen von Michael Wittke, Betreiber der Kultur-Pension „Alte Reederei“. „Wir haben mit vielen Angeboten aufgesattelt. Die Regio Nord trägt mit ihrem touristischen Marketing einen großen Anteil bei“, so Philipp.

Dennoch legt die BTE-Konzeption schonungslos Defizite offen. Die Bundesstraße 96, die mitten durch den Ort führt, sei weiterhin eine starke Belastung (Lärm, Erschütterung, Abgase). Die touristischen Anbieter würden überaltern, es gebe zu wenige zertifizierte Betriebe (nur Jugendherberge Ravensbrück und Alte Reederei), größere Busgruppen könnten nicht untergebracht werden, regionale Küche sei kaum vorhanden, Gastliegeplätze für Wassertouristen existierten zu wenige, ebenso Sport-, Entspannungs- und Präventionsangebote. Robert Philipp sieht drei Themen, die bei einer neuerlichen Entscheidung das Zünglein an der Waage spielen könnten: die B 96, die Hotelsituation und der Wellnessbereich.

Die Analysten von BTE legten den Fürstenbergern ans Herz, diese Dinge in Angriff zu nehmen, um bessere Chancen bei der Anerkennung zu haben: gesundheitsorientierte Angebote schaffen, Nutzung des Schlosses und der Burg, Ausbau „Laufpark Stechlin Plus“, Errichtung Marina Feldbäckerei, Verleih Ruder- und Tretboote, Pflege des Freizeitwegenetzes, Ausbau des Wander- und Spazierwegenetzes, familien- und kindgerechte Freizeitmöglichkeiten.

Im Januar gab es einen Workshop mit Akteuren aus der Stadt, die sich mit der 15 000 Euro teuren Konzeption befassten. Fazit aus der Runde: Fürstenberg machte im Vergleich zu 2005 enorme Fortschritte. Robert Philipp: „Unser Ziel bleibt weiter, Erholungsort zu werden. Jetzt muss es die Politik aber beschließen.“ Das soll in den nächsten Wochen passieren. Wenn die Abgeordneten grünes Licht geben, sei es aus Sicht des Stadtoberhauptes sinnvoll, sich mit dem Wirtschaftsministerium ins Benehmen zu setzen, um über die Chancen auf erfolgreiche Umsetzung zu sprechen, ehe der Antrag abgegeben wird.

Mit dem Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ versprechen sich die Fürstenberger einen Schub für die Region. „Es ist ein Qualitätstitel, der der Stadt guttun würde“, so Philipp. Auf Messen könnte damit geworben werden, in Sachen Fördermittel bestünden ganz andere Chancen.

Von Stefan Blumberg

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