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Gransee Funkmast gehört nicht ins Dorf
Lokales Oberhavel Gransee Funkmast gehört nicht ins Dorf
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02:20 28.05.2018
Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Funkmaststandort. Quelle: Martina Burghardt
Schönermark

„Kein Netz“ steht ganz oben im Display des Smartphones – ein untrügliches Zeichen für ein Funkloch. In Schönermark soll sich das bald ändern. Die Telekom will einen Funkmast installieren Allerdings sorgt der Standort seit Wochen für Diskussionen. Der 9,90 Meter hohe Mast mit zwei Antennen soll an der Bushaltestelle mitten im Dorf platziert werden.

Die Strahlenbelastung bereitet etlichen Einwohnern große Sorgen. Eine Bürgerinitiative will über die Gesundheitsrisiken aufklären und setzt sich für eine Korrektur der Standortwahl ein. Zur Diskussion darüber waren die Einwohner von Schönermark am Donnerstagabend in den Saal der Landschänke eingeladen.

Eltern sind mehrheitlich gegen den Standort

Astrid Kühl berichtete zunächst über die bislang geführten Gespräche, unter anderem mit Bürgermeisterin Kirsten Schulz sowie mit Eltern der Kita. 19 von 24 befragten Eltern hätten sich gegen den Funkmaststandort ausgesprochen, sagte sie.

Grenzwerte schützen nicht

Worin genau die Gesundheitsgefährdung besteht, erläuterte Simone Mewes. Die Ärztin hat intensiv recherchiert, sich mit mehreren medizinischen Studien und Veröffentlichungen befasst, Kollegen befragt. „Geltende Grenzwerte schützen uns nicht vor Krankheitsrisiken“, fasste sie ihre Erkenntnisse zusammen. „Die Wissenschaft weiß um die Risiken, die Politik und Industrie machen alle Augen zu“, so Simone Mewes. „Die Bevölkerung wird aus rein ökonomischen Gründen im Unklaren gelassen.“ Und das, obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz schon im Jahr 2015 die krebsauslösenden Wirkung unterhalb der geltenden Grenzwerte bestätigt habe.

Sie appellierte an diejenigen, die eine Standortentscheidung treffen müssen, „die uns umgebende Strahlung nicht noch zu verstärken“ und den Funkmast außerhalb des Dorfes aufzustellen. Am 21. Juni sollen die Gemeindevertreter darüber entscheiden, einige von ihnen nahmen an der Bürgerrunde teil, ebenso wie die Bürgermeisterin.

Kirsten Schulz bezeichnete den Vortrag als informativ und erinnerte daran, dass es in anderen Gemeinden nicht üblich sei, eine solche Entscheidung öffentlich zu diskutieren. Sie habe sich bewusst dafür entschieden. Außerdem informierte sie darüber, dass sie derzeit mit der Telekom über den Standort verhandele. Einzelheiten wollte die Bürgermeisterin jedoch noch nicht bekanntgeben, obwohl in der Runde das Interesse daran groß ist, noch vor dem 21. Juni zu erfahren, ob es eine andere Lösung gibt.

Ein Mast für drei Dörfer wäre eine Alternative

Eine Idee wäre, einen einzigen Antennenmast für die benachbarten Dörfer Schulzendorf, Schönermark und Sonnenberg aufzubauen. In Schulzendorf wurde allerdings gerade ein Mast ausgewechselt, der für Schönermark vorgesehene Funkmast soll in Sonnenberg aufgestellt werden. Die Leistung eines gemeinsamen Mastes hätte deutlich weniger Immission, wie auf einer am Donnerstag verteilten Grafik sichtbar gemacht wurde.

Dass diese Variante deutlich teurer wäre und die Telekom wirtschaftlich agieren muss, ist den engagierten Mitstreitern der Bürgerinitiative durchaus bewusst. Aber gerade weil „ausschließlich der billige Standort als maßgebender Faktor im Vordergrund des Handelns steht“, werden sie sich nicht davon abbringen lassen, dass die Standortwahl für die Mobilfunksendeanlage nach den Kriterien des Immissionsschutzes erfolgen muss. „Die Tatsache, dass in einem 400-Meter-Radius um einen Sendemast das Gesundheitsrisiko stark erhöht ist, lässt vernünftigerweise nur einen Standort außerhalb des Dorfes zu“, sind sie überzeugt.

Strahlenbelastung verringern statt erhöhen

Ihre Forderung belegen die Schönermarker Aktivisten mit Argumenten höherer Stellen. „Das Europaparlament, der Europarat, internationale Wissenschaftlerverbände, Institute und Verbraucherschutzverbände fordern seit langem eine Minimierung der Strahlenbelastung“, stellen sie fest. Wissenschaftler und Ärzte, so haben sie herausgefunden, warnen vor „potenziell schweren gesundheitlichen Auswirkungen der 5G-Mobilfunktechnologie“ und fordern ein Moratorium, bis die Risiken vollständig durch industrieunabhängige Wissenschaftler erforscht wurden.

Sorgen bereitet den Initiatoren der Bürgerinitiative, dass der Mobilfunkmast, wenn er denn einmal steht, jederzeit nachgerüstet werden kann. „Wir wollen nicht wie im letzten Jahrhundert leben aber wir wollen einen anderen Standort außerhalb des Dorfes“, so Astrid Kühl.

Von Martina Burghardt

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