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Gransee Geiselnehmer wieder auf freiem Fuß
Lokales Oberhavel Gransee Geiselnehmer wieder auf freiem Fuß
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19:34 30.08.2018
Das Urteil ist gefallen. Quelle: Uli Deck/dpa
Gransee

Weil Zakaria M. seine zehn Monate alte Tochter Yasmina Ende Dezember 2017 nicht nach einem Besuchstag wie vereinbart der Kindsmutter übergeben, sondern die Kleine zu seiner Schwester in die Niederlande verbracht hatte, musste er sich wegen Geiselnahme und Entziehung Minderjähriger vor Gericht verantworten.

Gestern verurteilte das Landgericht Neuruppin den 40-jährigen Syrer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die es zur Bewährung aussetzte. Der Angeklagte durfte nach acht Monaten in Untersuchungshaft den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Die Freude darüber war dem Mann, der von der Kindsmutter und seiner anderthalbjährigen Tochter erwartet wurde, deutlich anzusehen.

„Es lag eine besondere Konstellation vor, die geprägt war von persönlichen und ethnischen Schwierigkeiten“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Da hatten sich im Sommer 2015 im Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt zwei Flüchtlinge aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen kennengelernt, die nur eins gemeinsam hatten – ihre Religion. Die deutlich jüngere Kindsmutter, Diana B. aus Tschetschenien, war damals noch keine 18 Jahre alt. Zakaria M. wurde in ein Heim nach Remagen in Rheinland-Pfalz verlegt, Diana B. nach Gransee. Die Fernbeziehung hielt nicht lange, auch bedingt durch die Verständigungsschwierigkeiten. Die junge Frau beendete die nach islamischem Recht geschlossene Ehe wegen eines anderen Mannes. Damit wollte sich der Angeklagte nicht abfinden.

„Es kann sein, dass den Angeklagten auch die Sorge um sein Kind umgetrieben hat“, so Lechtermann. Dass die Kindsmutter mit dem Säugling überfordert gewesen sei, diese Befürchtung sei noch von der Großmutter gefördert worden. Aber vorrangig wollte Zakaria M. nach Auffassung des Gerichts seine vermeintliche Ehefrau zurückhaben. „Aus dieser Gemengelage heraus entschied er sich, das gemeinsame Kind zu entführen.“ Der Angeklagte hatte eingeräumt, diesen Plan im Hinterkopf gehabt zu haben und setzte ihn unverzüglich um.

Er stritt das aber zunächst ab, behauptete, das Kind am Silvestertag 2017 wie verabredet der allein sorgeberechtigten Mutter in Oranienburg übergeben zu haben, setzte sie dann per SMS und WhatsApp unter Druck. Damit wollte er erreichen, dass sie zu ihm nach Remagen kommt. Seine Nachrichten kamen bei der jungen Mutter genauso an, wie er aus Sicht des Gerichts beabsichtigt hatte: Nämlich, dass sie ihr Kind nie wiedersieht, wenn sie ihm nicht zu Willen ist. Tatsächlich wäre sie, wie sie vor Gericht sagte, zu ihm gefahren, wenn die Polizei sie nicht daran gehindert hätte.

Das Gericht nahm einen minder schweren Fall der Geiselnahme an. Täter war der Kindsvater, der das Mädchen zwar ins Ausland verbracht hat, aber nicht auf unabsehbare Zeit wie in anderen Fällen. Zakaria M. ist bisher nicht vorbestraft. Aber: Es mag sein, so Lechtermann, dass der Angeklagte in seinem Heimatland anders sozialisiert worden sei. „Wenn man in Deutschland lebt, hat man sich an das hier geltende Recht zu halten. Kennt man das nicht, muss man sich erkundigen, was man darf und was nicht.“

Von Dagmar Simons

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