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Gerangel um Vorstandsposten

Führungswechsel im Zehdenicker Tourismusverein Gerangel um Vorstandsposten

In einer nahezu historischen Sitzung wurde am Dienstag in Zehdenick eine neue Ära der Tourismusarbeit eingeläutet. Nach mehr als 20 Jahren wurde der bisherige Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Gerhard Wöge, abgelöst. Zugleich übergaben Bärbel Weise und Sabine Stahlbaum, die Gründerinnen des Tourismusbüros, den Staffelstab an ihren Nachfolger Andreas Ilse.

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Mehr als 20 Jahre lang leitete Gerhard Wöge den Tourismusverein.

Quelle: FOTO: CL

Zehdenick. Abgang ohne Ansage: nach mehr als 20 Jahren an der Spitze des Zehdenicker Tourismusvereins wurde der langjährige Vereinschef Gerhard Wöge am Dienstag überraschend abgelöst. Mit seiner Bewerbung um eine weitere Amtszeit scheiterte der Stadtgarten-Wirt bei der geheimen Abstimmung deutlich. Die Mitglieder wählten in einer bemerkenswerten Sitzung einen nahezu komplett neuen Vorstand und leiteten damit einen offenbar von vielen gewünschten Generationswechsel ein.

Der Führungsanspruch der Jungen hatte sich spätestens bei der beispiellosen Kandidaten-Kür abgezeichnet, die außenstehenden Vereinsakteuren wie ein Luxusproblem erscheinen muss. Um die fünf Vorstandspositionen (plus Bürgermeister) bewarben sich zehn Mitglieder, darunter viele neue Touristiker der Region. Mit gewissem Nachdruck appellierten Vorredner in die Runde, bei der Wahl eine ausgewogene Mischung aus erfahrenen und neuen Mitgliedern sowie verschiedenen Charakteren zu forcieren.

Den größten Zuspruch gab es schließlich für Roy Lepschies. Der Leiter des Ziegeleiparkes Mildenberg erhielt mit Abstand die meisten Stimmen. Ebenfalls gewählt wurden Heike Thomas (Thomashof Klein-Mutz), Waldemar Schulz (Klienitz Wasserfreizeit), Martin Richter (Wilde Heimat) und Anne-Marie Overvoorde (Havelschloss Zehdenick). Aus diesem Fünfer-Kreis muss nun ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Die Abstimmung über die Verteilung der Posten und Aufgaben wurde am Dienstag jedoch vertagt. Die konstituierende Sitzung soll im Beisein des Bürgermeisters erst im Februar stattfinden.

Gerhard Wöge wünschte dem neuen Vorstand ein gutes Händchen für die anstehenden Aufgaben. Die gibt es vor allem im Fremdenverkehrsbüro, das mit der Umstrukturierung vor großen Herausforderungen steht. Mit Bärbel Weise und Sabine Stahlbaum verabschieden sich Ende März die beiden Frauen, die die Zehdenicker Tourismuszentrale aufgebaut und über zwei Jahrzehnte zu einem Aushängeschild der Stadt gemacht hätten. „Ich habe nur verkauft, was beide geleistet haben. Und ich konnte in all den Jahren viel nach außen tragen“, würdigte Wöge die Arbeit der Frauen.

Nachfolger Andreas Ilse wurde vor allem wegen seiner Erfahrungen im Bereich neue Medien engagiert. Er hat sich seit Mai letzten Jahres eingearbeitet. Mit Elisabeth Kluge soll ihm ab Februar eine Studentin zur Seite stehen, die in Zehdenick ihr Abschlusspraktikum absolvieren wird und danach – so die Hoffnungen – als Mitarbeiterin einsteigt. Eine Hochschulabsolventin, so Wöge, könne sich nicht jedes Büro leisten. Dies unterstreiche den Stellenwert, den die Tourismusarbeit in Zehdenick inzwischen genieße. Ein Selbstläufer sei diese Erfolgsgeschichte nicht gewesen. Bis aufs Messer musste in früheren Jahren um die Existenz des Büros gekämpft werden. „Es ging immer um Geld“, so Wöge.

Von Cindy Lüderitz

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