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Hand aufs Eisenbahnerherz

Mildenberg Hand aufs Eisenbahnerherz

Mit einer Deutschlandpremiere gewann das zweite Feldbahnfest am Wochenende in Mildenberg die Sympathie vieler Szene-Kenner. Beim „Elefantenrennen“ fuhren drei Dampfloks parallel über die Gleise des Ziegeleiparks. Der Zieleinlauf sorgte in der Fotozone für Glanz in den Augen.

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Eisenbahnfreunde erlebten am Wochenende in Mildenberg ein Schaulaufen technischer Raritäten.

Quelle: Uwe Halling

Mildenberg. Auf dieses Fotofinale haben Michael Schmidt und mit ihm viele andere Eisenbahnfreunde gewartet: in einer Reihe biegen drei Dampflokomotiven auf die Gerade und schnaufen mit Puff und Peng auf das Publikum zu. Die auch als „Elefantenrennen“ bezeichnete Parallelfahrt dieser technischen Größen gerät zum Höhepunkt des märkischen Feldbahnfestes – weil sie deutschlandweit einmalig ist. Ziegeleiparkchef Roy Lepschies glaubt gar, dass es das in Europa so nicht noch einmal gibt. Michael Schmidt ist begeistert. Aus allen Perspektiven hat der Bahner aus Berlin diesen Zieleinlauf festgehalten. „Wo hat man das schon, drei Loks auf drei Spurweiten. Das ist wirklich ein bleibenden Bild.“

In der Fotozone wird um den besten Winkel hart gekämpft. Das Bahnpersonal muss manchen fast versunkenen Schienen-Romantiker förmlich von den Gleisen geleiten, um zu verhindern, dass ihm ein Wagen über die Füße rollt. Und an diesen beiden Tagen bewegen sich einige Tonnen über die Gleisanlagen. Es rollt, zischt und rattert überall. Ein kleiner Schienenkuli aus Hamburg, die Grubenbahnen, der Musikzug, ein Pferdeanhänger mit Holzlore und eine Doppelschwalbe.

Die Parallelfahrt dreier Dampfloks auf unterschiedlichen Spurweiten war ein Höhepunkt des Feldbahnfestes und deutschlandweit einmalig

Die Parallelfahrt dreier Dampfloks auf unterschiedlichen Spurweiten war ein Höhepunkt des Feldbahnfestes und deutschlandweit einmalig.

Quelle: Uwe Halling

Tausende Besucher halten trotz des Regens zum Empfang am Samstag lange auf der großen Modellbahnanlage aus, steigen hier und dort mal ein. Bei der Parade der Eisenbahnen und Schienenfahrzeuge lässt Katja ihre kleine Lok ganz sanft vor Moderator Detlef Olle zum Stillstand kommen. Die 24-Jährige aus Berlin ist die einzige Frau am „Steuer“ und eine der wenigen Unter-30-Jährigen in der Branche. „Früher habe ich Modelleisenbahnen gebaut, heute fahre ich auch Feldbahnloks“, sagt die junge Frau. „Papa ist Schuld. Aber es macht Spaß.“

Aus dem Sachsenwald bei Hamburg kommen Andreas Sons und die Mitstreiter des Vereins Verkehrsamateure und Museumsbahn. Ihre Kleindiesellok war früher in einem Torfstechbetrieb im Einsatz. Die Spurweite im Ziegeleipark hat nicht ganz zu der Lok gepasst, um 30 Millimeter mussten die Achsen verschoben werden. Das reichte immerhin, um auf einem kleinen Abschnitt mit Besuchern vor und zurück zu fahren – nicht aber, um den Zug am Bahnübergang einfädeln zu lassen und die große Runde mitzufahren. „Das werden wir beheben und dann sind wir in zwei Jahren bei der Parade auch dabei. Hand auf Eisenbahnerherz“, sagt Sons. Roy Lepschies ist nach Tag 1 zufrieden. Alle Parkflächen sind belegt, mehr als 2500 Besucher werden am Samstag geschätzt. Das sei für die zweite Auflage des Feldbahnfestes eine gute Größe.

Von Cindy Lüderitz

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