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Gransee Hanf für den „Hausgebrauch“
Lokales Oberhavel Gransee Hanf für den „Hausgebrauch“
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15:14 15.08.2017
Manuela Ludwig und Christian Krasemann stehen auf Hanf. In Zehdenick machen sie daraus Seile, Pantoffeln oder auch Nisthilfen. Quelle: Uwe Halling
Zehdenick

Wenn Christian Krasemann über die „magische Wirkung“ von Hanf spricht, bezieht er das nicht auf die Räucherware, sondern auf die unverfänglichen Produkte, die in der Firmenhalle von Bioformtex in Zehdenick hergestellt werden. Seit fast 20 Jahren gibt es die kleine Produktionsstrecke auf dem Aqua-Gelände in der Verlängerten Ackerstraße. Erst als Einzelunternehmen unter dem Namen „Hanffabrik“, seit 2015 als GmbH. Geschäftsführerin ist Manuela Ludwig.

Wie Gesellschafter Christian Krasemann ist sie vom Hanf und seinen vielen Einsatz-Möglichkeiten überzeugt. In der Havelstadt entstehen aus der Naturfaser beispielsweise Kresse-Pads, Einlegesohlen, Nisthilfen oder auch Mulchmatten. Zigtausende dieser Matten hat die Firma gerade nach Berlin geliefert. In einer neuen Parkanlage der Hauptstadt schützen die Zehdenicker Hanfwickel die Bäume vor Unkraut und Austrocknung. Der Versuch, die Hanffaser auch im Bereich von Tierbestattungen einzusetzen, blieb bislang erfolglos. Auch als Dämmstoff muss sich Hanf in der Region erst noch durchsetzen. „Unsere Hauptabnehmer sitzen in Baden-Württemberg und in Bayern. Da schicken wir ganze Lkw-Ladungen hin. Hier im Umland haben wir es dagegen schwer“, sagt Manuela Ludwig. Es sei nicht so leicht, Bauherren davon zu überzeugen, welche Vorteile Hanf als Dämmstoff gegenüber den konventionellen Materialien habe. Was unter anderem an den etwas höheren Investitionskosten liegen könnte. „Dafür ist Hanf wertvoller, nicht nur ökologischer, er hat auch eine bessere Wärmedämmung als beispielsweise Styropor, ist resistent gegenüber Schädlingen und Schimmel und ist allergikerfreundlicher“, wirbt Ludwig.

Christian Krasemann glaubt an den Hanf und dass seine Zeit noch kommen werde. Auch deshalb hat der gelernte Maschinenbauingenieur sich vor fast 20 Jahren mit Unterstützung der Treuhanfgesellschaft auf die Verarbeitung der Naturfaser spezialisiert und in Zehdenick die Produktionshalle eingerichtet. Nur zwei Jahre zuvor war das Hanfanbauverbot in Deutschland gefallen. Einige Talsohlen mussten der kleine Betrieb seither durchleben. Fünf Mitarbeiter hat die Firma derzeit. Es waren auch schon zehn, aber das hänge mit der Auftragslage zusammen, erklärt Manuela Ludwig. Sie sähe es gerne, wenn Hanf im Bereich Gala-Bau und auf dem Bausektor stärker anerkannt würde. Noch brauche es dafür viel Überzeugungsarbeit. Die leiste unter anderem eine ökologisch ausgerichtete Baufirma aus Berlin, mit der Bioformtex schon seit längerem zusammenarbeitet.

Der in Zehdenick verwendete Rohstoff stamme vorwiegend aus Frankreich, weil dort die klimatischen Bedingungen förderlicher sind für das Wachstum der Pflanze. Wenn die Hanfernte in der Havelstadt ankommt, ist sie gebrochen, getrocknet und geröstet. Die Rohfaser wird hier entstaubt, gereinigt, eingekürzt und dann in einem aerodynamischen Verfahren „auf Fläche geblasen“. In der Zuschneidemaschine werden die Vliese dann je nach Produkt portionsgerecht vorbereitet. In Brandenburg und Berlin ist Bioformtex der einzige Anbieter seiner Art. Die nächste „Hanffabrik“ steht in Nordrhein-Westfalen.

Von Cindy Lüderitz

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