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Gransee Zertifikat für „Kita mit Biss“
Lokales Oberhavel Gransee Zertifikat für „Kita mit Biss“
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17:55 26.02.2019
Die Kita Menz bekam am Montag das Zertifikat „Kita mit Biss". Quelle: Fotos: Uwe Halling
Menz

 Max hält stolz seine Zahnbürste hoch. „Die ist neu“, verkündet der Knirps und verschwindet im Waschraum. Derweil stimmen die anderen Kinder in der Kita „Henriettes Schneckenhäuschen“ schon mal probeweise das Zahnputz-Lied an: „Alle Zähne werden geputzt“. Die Melodie kennt jeder von „Alle Vögel sind schon da“.

Ihr kleines Programm haben die Kindergartenkinder für die Gäste einstudiert, die Montagvormittag mit noch mehr neuen Zahnbürsten und Zahnputzbechern im Gepäck der Kita einen Besuch abstatteten.

Dafür gab es einen besonderen Anlass. Der Zahnärztliche Dienst des Landkreises Oberhavel überreichte der Einrichtung das Zertifikat „Kita mit Biss“ und bestätigte damit die erfolgreiche Umsetzung des Präventionsprogrammes. Die Zahnärztin Sabine Haase, Zahnarzthelferin Katja Gartz und das Krokodil-Maskottchen Kroki mit den weißen Zähnen überbrachten das offizielle Schreiben, Informations-Flyer für gesunde Zähne und Geschenke.

Die Zahnärztin Sabine Haase (r.) und Zahnarzthelferin Katja Gartz (l.) übergaben am Montag an Kitaleiterin Cornelia Bauer das Zertifikat "Kita mit Biss" Quelle: Uwe Halling

Die Kita „Henriettes Schneckenhäuschen“ ist die erste Einrichtung im Amt Gransee mit diesem Zertifikat. Im gesamten Landkreis Oberhavel gibt es 102 Kindertagesstätten, davon sind 23 „Kitas mit Biss“.

Wie wichtig das tägliche Zähneputzen ist, wie man es richtig macht und dass beispielsweise der zuckerfreie Vormittag zur Zahngesundheit beitragen kann, lernen die Jüngsten von den Erzieherinnen, die wiederum den Empfehlungen der Fachleute vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Oberhavel folgen. Dort gibt es Ansprechpartner für alle Belange rund um gesunde Kinderzähne. „Mit diesem besonderen Gesundheitsbaustein erreichen wir kontinuierlich rund 1100 der insgesamt 9100 Kitakinder“, so Gesundheitsdezernentin Kerstin Niendorf.

Geschenke gab es am Montag auch: Spiele und Zahnputzbecher mit Zahnbürste. Quelle: Uwe Halling

Trotz der zahnärztlichen Untersuchungen und der gruppenprophylaktischen Betreuung der Kitakinder bleibt die Vorsorge ein Thema. „Etwa 80 Prozent der Kitakinder im Landkreis haben ein gesundes Milchgebiss. Bei jedem fünften Kind liegen jedoch bereits kariöse Schäden vor.“ Daniela Stutz vom Zahnärztlichen Dienst sieht deshalb vor allem bei Fünfjährigen noch Handlungsbedarf. Das Ziel sind 80 Prozent kariesfreie Kindergebisse, in Oberhavel liegt dieser Wert bei 69 Prozent, wie die Gesundheitsberichterstattung des vergangenen Jahres ergab.

„Schneide-, Eck- und Backenzahn – jeder Zahn ist einmal dran“, heißt es in dem Lied, das die Menzer Kitakinder am Montag sangen. Damit das selbstverständlich wird, sind die Eltern gefragt. „Die Zahnpflege zu Hause beginnt ab dem ersten Zahn“, heißt es in einem der Flyer, die gestern verteilt wurden. Ein weiterer guter Rat betrifft die Fläschchen, die dem Kind nicht zum Dauernuckeln oder Einschlafen überlassen werden sollten. Nicht nur Süßigkeiten, auch gezuckerte und saure Getränke schädigen die Milchzähne.

Zahnärztliche Untersuchungen, die altersgerechte Anleitung zur Mundhygiene, Fluoridierungsmaßnahmen, Ernährungslenkung und spezielle Programme für Kinder mit höherem Kariesrisiko gehören zu den Maßnahmen der Gruppenprophylaxe, die vom Zahnärztlichen Dienst organisiert werden.

Größte Reichweite

Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe ist eine gesetzlich verankerte Präventionsmaßnahme. Sie wird vor allem in Kindertagesstätten und Schulen angewandt. Die sogenannte aufsuchende präventive Betreuung hat sich zum reichweitenstärksten Präventions- und Gesundheitsförderungsangebot etabliert. Im Land Brandenburg ist die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in landesweite und kommunale Gesundheitsstrategien eingebunden.

Für die „Kita mit Biss“ wurden Handlungsleitlinien zur Vermeidung der frühkindlichen Karies her­ausgegeben. Ein gesundes Frühstück, vorwiegend kauintensive Obst- und Gemüsezwischenmahlzeiten, das Anbieten ungesüßter Getränke und die Hilfe beim Abstellen von Lutschgewohnheiten gehören unter anderem dazu.

Von Martina Burghardt

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