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Hilfe aus der Mitte des Dorfes

Registrierungsaktion in Mildenberg Hilfe aus der Mitte des Dorfes

144 Menschen meldeten sich am Sonntag in Mildenberg als Stammzellenspender an, um den genetischen Zwilling von Jürgen Ihden zu finden. Der 57-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt.

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144 Menschen ließen sich am Sonntag in Mildenberg als Stammzellenspender registrieren.

Quelle: Uwe Halling

Mildenberg. Vor wenigen Tagen feierte Blutkrebspatient Jürgen Ihden seinen 57. Geburtstag. Er verbrachte ihn nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause bei seiner Familie. Das größte Geschenk und viel Hoffnung machten ihm „seine“ Mildenberger, die am Sonntag gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu einer Registrierungsaktion baten, um seinen genetischen Zwilling zu finden. Nur mit einer passenden Stammzellenspende kann der gebürtige Zehdenicker die Krankheit besiegen.

Insgesamt 144 Menschen trugen sich innerhalb weniger Stunden in die Liste ein und erklärten ihre Bereitschaft, im Falle einer Übereinstimmung Stammzellen zu spenden – ob für Jürgen Ihden oder andere Blutkrebspatienten weltweit. Der Kameradschaftsverein der Feuerwehr ist jetzt komplett durchregistriert. Gleich nach dem Aufbau in der Sporthalle, dem Kaffeekochen und dem Brötchenschmieren, haben sich die Mitglieder und Initiatoren der Aktion gegenseitig die Wattestäbchen gereicht und ihre Speichelprobe abgegeben. „Hauptsache wir können helfen“, sagte Thomas Mau hinterher. „Woanders findet man immer eine Ausrede, etwas nicht zu tun. Diesmal nicht“, fügte er hinzu. Nicht nur für ihn wäre es die Krönung der jungen Vereinsgeschichte, wenn sich unter den Spendern ein Treffer für Jürgen fände. „Das wäre das Größte“, sagte er. Der Verein existiert erst seit 2014, Jürgen gehört zu den Mitgliedern der ersten Stunde.

Dass die Aktion aus der „Mitte des Dorfes“ heraus organisiert wurde, bewegt Ortsvorsteher André Witzlau besonders. Er weiß um die generellen Stärken des Mildenberger Vereinswesen und die gegenseitige Unterstützung der Akteure. Die Hilfsaktion des Kameradschaftsvereins, der Initiative zeigte, sei herausragend.

Auch Kathrin Grothe von der DKMS zeigte sich gerührt vom Zusammenhalt und Zuspruch der Mildenberger: „Ich hatte Gänsehaut, als wir heute Morgen angefangen haben und die Leute schon in der Tür standen, weil sie helfen wollen.“ Die Mitglieder des Kameradschaftsvereins hatten die Aktion über Wochen vorbereitet, Spenden gesammelt, Flyer verteilt und im Gespräch mit Dorfbewohnern Berührungsängste abgebaut.

Trotz Aufklärungsarbeit kursieren offenbar noch Horrorgeschichten über die Knochenmarkspende an sich. „Viele scheuen sich, weil sie ganz andere Vorstellungen davon haben, wie das funktioniert“, sagte Melissa Dahlenburg vom Verein. „Manche fürchten, sie bekämen eine großen Nadel in den Rücken, um Knochenmark zu spenden.“ Woher diese Vorstellung kommt, weiß auch Kathrin Grothe nicht. „Aber die riesige Nadel gibt es nicht. Es ist eine Punktion und das Knochenmark würde aus dem Beckenkamm entnommen werden, nicht aus dem Rückenmark.“ Daneben gibt es die Möglichkeit der Entnahme aus der Blutbahn. „Im Dorf ist das Thema jetzt angekommen. Das haben wir schon mal geschafft. Für Jürgen und andere Patienten können wir jetzt nur hoffen, dass ein passender Spender dabei ist“, so Melissa Dahlenburg.

Von Cindy Lüderitz

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