Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gransee Angler zählen die Fische
Lokales Oberhavel Gransee Angler zählen die Fische
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:24 07.12.2018
Helfer an einer Kummreuse im Tortsee im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Mit dieser Methode wurden die Fische gezählt. Quelle: Privatt
Menz

 180 Klarwasserseen gibt es im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Es ist bekannt, welche Arten dort leben. Aber wie viele es sind, kann man nur schätzen. Naturfreunde und Angler testen deshalb in größeren Abständen, wer die Seen besiedelt.

Statistik vorgestellt

Im zurückliegenden Jahr haben sich Angler und Fischer den Roofensee bei Menz, den Peetschsee und den Großen Glietzensee bei Steinförde sowie den Tortsee bei Großzerlang (Rheinsberg) vorgenommen. Die von den Anglern und Fischern ehrenamtlich aufgestellte Statistik der Fangmengen wurde am Mittwoch in der Regionalwerkstatt des Naturparks vorgestellt.

Kaum noch Silber- und Marmorkarpfen

Dabei wurde bestätigt, was die Fachleute längst wissen: Es gibt zu viele Weißfische in den Seen. Das Gleichgewicht in der Nahrungskette ist gestört. An große Bleie zum Beispiel wagen sich auch Hechte nicht heran. Eine weitere Erkenntnis: Von den in den 1980er Jahren eingesetzten Silber- und Marmorkarpfen, die aus Asien stammen und sich in den hiesigen Seen nicht vermehren, sind immer noch, wenn auch nur einige wenige Exemplare übrig. Blei, Plötze, Rotfeder kommen reichlich vor.

Andreas Sidow wertete die von den Anglern gesammelten Daten aus. Quelle: Martina Burghardt

In seiner Freizeit beschäftigt sich Andreas Sidow von der Unteren Fischereibehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin mit diesem Thema. Er hat selbst Kummreusen gebaut, die bei solchen Zählungen zum Einsatz kommen, sonst aber wegen des hohen Arbeitsaufwandes in der Binnenfischerei nicht verwendet werden. Vorteile dieser Reusen sind jedoch, dass große Mengen gefangen werden können und dass sich die Tiere darin nicht verletzen. Im Großen Glietzensee und im Peetschsee wurden für die Zählung Stehnetze verwendet.

Aktion von April bis Oktober

Obwohl größere Schwärme vor allem im zeitigen Frühjahr ins Netz gehen, wurde die Aktion bis zum Herbst ausgedehnt. Die daran beteiligten Angler haben von April bis Ende Oktober bis zu 200 Stunden investiert, um die Reusen alle paar Tage zu kontrollieren, zu reinigen und Fische zu zählen.

Hechte zurückgesetzt

Hechte, so lautete die Vereinbarung vorab, werden zurückgesetzt. Andere Fische wurden privat verwertet, der größte Teil jedoch als Futterfisch abgegeben. Übers Jahr wurden im Tortsee 44 Kilogramm Hecht registriert, im Großen Glietzensee waren es nur 16 Kilogramm, wie dessen Pächter Torsten Zeuschner aus Rheinsberg in der Statistik vermerkt hat. Vergleiche sind allerdings schwierig, denn die Fangmenge und Größe der Fische hängt nicht zuletzt von der Größe und Tiefe des Sees ab.

Schwierige Zeiten für Fischer

Aus dem Tortsee wurden während der Aktion 1430 Kilogramm Silber- und Marmorkarpfen gefischt, fast alle, wie Andreas Sibow schätzt. Weil sich diese Arten in unseren Breiten nicht vermehren, dürften sie mindestens 30 Jahre alt sein. Gut genährt waren sie trotzdem nicht.

Von der Fischerei, so war man sich am Mittwoch einig, kann man in dieser Gegend kaum leben. Ungleichwichte in der Nahrungskette der Wasserlebewesen können nur mit Mühe ausgeglichen werden. Mühe, die niemand lohnt.

Wohin mit dem Weißfisch?

„Es ist besser, in manchen Gewässern Fische zu entnehmen als mit neuen zu besetzen“, sagte Andreas Sidow. Aber wohin dann mit Blei, Plötze, Rotfeder und Güster? Uromas Rezepte hervorholen, wäre ein Vorschlag. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, weiß, dass die Tierparks nur eine begrenzte Abnahmekapazität haben. Für die Verarbeitung zu Tiernahrung sind die hygienischen Hürden hoch. Und dass die Weißfische in der Biogasanlage enden – so eine Empfehlung Brandenburger Behörden – will wohl niemand.

Von Martina Burghardt

Bei Gesang und heißer Schokolade stimmten sich die Besucher der Tagespflegestätte des DiB-Vereins auf Weihnachten ein. Die pflegebedürftigen Senioren bekamen auch ein kleines Geschenk.

07.12.2018

Die Stadt und das Amt Gransee haben in die Infrastruktur des östlichen Stadtteils investiert. Als symbolischer Schlusspunkt wurde am Donnerstag die Straße zwischen Gransee und Kraatz offiziell freigegeben.

07.12.2018

Die Granseer Geschichten 2017 sind erschienen und werden beim Weihnachtsmarkt am 8. Dezember verkauft. Das Redaktionsteam wird sich schon im Januar mit der nächsten Ausgabe beschäftigen.

06.12.2018