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Gransee Junge Seefahrer mit neuem Kurs
Lokales Oberhavel Gransee Junge Seefahrer mit neuem Kurs
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17:58 13.07.2017
Die Absolventen der Förderschule nehmen Kurs auf das Berufsleben. Quelle: : Cindy Lüderitz
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Zehdenick

Als der Neubau der Exin-Förderschule für geistig Behinderte 1995 eingeweiht wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass es einmal so eng werden könnte. Für rund 48 Schüler ist das Haus in der Marianne-Grunthal-Straße in Zehdenick konzipiert worden. Inzwischen lernen dort 66 Schüler in neun Klassen auf engstem Raum. Daran ändert auch der Abschied der diesjährigen Absolventen nichts. Elf Jugendliche der Werkstufe I haben mit einem Musical am Mittwoch Aufwiedersehen gesagt. Die Aufführung auf großer Bühne in der Sporthalle des Oberstufenzentrums brachte die Zuschauer zum Lachen und rührte Eltern und Freunde am Ende auch zu Tränen. Die jungen „Seefahrer“, die von den Entdeckungen ihrer Schulzeit berichteten, äußerten nach einem gut zweistündigen Programm unter großem Applaus viele gute Wünsche für ihre Mitschüler. Ein Wunsch lautete: „Ich hoffe, ihr bekommt einen neuen Anbau und eine Turnhalle.“

Wie beengt die Verhältnisse in dem Schulgebäude inzwischen sind, zeigt sich in der Raumaufteilung. Es gibt keinen einzigen Fachraum mehr, weil jeder Platz für die Klassen gebraucht wird. Neben dem Unterricht bedürfen auch die Ergotherapeuten, Logopäden sowie Therapeuten für autistische Schüler Rückzugsmöglichkeiten. Die Musikklasse muss nach jedem Unterricht die Instrumente einpacken und umbauen, der Kreativraum soll in die benachbarte Exin-Oberschule ziehen – obwohl die Bedingungen dort mit Blick auf die behindertengerechte Ausstattung nicht optimal seien. Für den Sportunterricht muss dreimal in der Woche ein Transport zur Turnhalle am Wesendorfer Weg organisiert werden, weil die Sporthalle am Standort durch die Oberschule weitestgehend ausgebucht ist. „Der Schülerzuwachs ist kein Zehdenicker Phänomen. Es geht vielen anderen Einrichtungen im Land ähnlich“, sagt Rektorin Christa Bayer. Prognosen zufolge werden die Zahlen in den nächsten Jahren konstant bleiben – und damit auch das Platzproblem. „Wir wünschen uns alle, dass es eine Erweiterung am Standort gibt“, so die Leiterin. Der Landkreis weiß als Schulträger um die angespannte Situation. In der im vergangenen Jahr verabschiedeten Schulentwicklungsplanung wird auf das Erreichen der Kapazitätsgrenzen bereits hingewiesen. Kreissprecher Ronny Wappler sagte auf Nachfrage, das intensive Gespräche zwischen Stadt und Schulträger geführt würden. Ob es einen Anbau oder eine andere Lösung für die Schule geben kann, steht indes noch nicht fest.

Für die elf Absolventen der Förderschule beginnt nach zwölf Schuljahren ein neuer Lebensabschnitt. Einige werden künftig in einer Werkstatt für Behinderte arbeiten, andere bereiten sich mit Unterstützung einer Integrationsfachabteilung auf den ersten Arbeitsmarkt vor. „Es gibt einige Schüler, die das schon geschafft haben“, sagt Christa Bayer.

Von Cindy Lüderitz

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