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Kassenschluss bei Kaiser’s

Marktschließung in Zehdenick Kassenschluss bei Kaiser’s

Nach 25 Jahren hat der größte Verbrauchermarkt in Zehdenick geschlossen. Die Mitarbeiter der letzten Kaiser’s-Filiale in der Region räumen seit Montag die Regale aus. Mitte der Woche sollen die Kisten gepackt sein. Wie es am Standort in der Grünstraße weitergeht, ist unklar.

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Wie alles begann: Ansturm auf den neuen Markt 1991.

Quelle: Cindy Lüderitz

Zehdenick. 1991 hat Birgit Tornow die leeren Regale im neuen Kaiser’s Markt eingeräumt, jetzt räumt sie mit aus. Nach mehr als 25 Jahren sind die Türen des größten Verbrauchermarktes der Stadt geschlossen. Drinnen werden seit Montag die letzten Kisten gepackt, während draußen am Eingang Kunden ungläubig durch die Glasscheibe gucken. Das Team um Marktleiterin Gabriele Joost hat dort eine Dankeschön-Botschaft hinterlassen: „Wir weinen nicht, weil es vorbei ist, wir lächeln, weil es schön war“.

Verkäuferin Birgit Tornow sagt, sie sei immer gerne zur Arbeit gegangen. „Wir waren ein tolles Team und hatten nette Kunden.“ Der letzte offizielle Markttag am vergangenen Sonnabend war ein wehmütiger. Kollegen, die eigentlich frei hatten, kamen trotzdem zur Arbeit. Viele Zehdenicker wollten sich verabschieden und ein letzten Mal ihren Korb durch die 1900 Quadratmeter große Einkaufshalle schieben. Besonders die älteren, sagt Tornow, seien traurig gewesen. Für viele in der mit dem Wohnpark Nord gewachsenen Nachbarschaft war der Supermarkt eine Anlaufstelle – nicht nur, um täglich Brot und Milch zu kaufen. „Es gab Kunden, die hatten ihre Lieblingskassiererin und haben sich auch nur dort an die Kasse gestellt“, erzählt Gabriele Joost. Birgit Tornow konnte manche Kunden „schon am Schritt erkennen“. 13 Jahre lang saß sie an der Kasse. Wie die anderen 24 Kolleginnen hofft auch sie, dass es am Standort irgendwie weitergeht. Hoffnungslos scheint die Situation nicht. Die Stadtspitzen äußerten sich zuletzt optimistisch, dass das Einkaufszentrum spätestens im zweiten Halbjahr wieder belebt wird. Interessenten gäbe es, hieß es. Als Nachfolger für den alten Netto-Markt wird beispielsweise die Drogeriekette Rossmann gehandelt (MAZ berichtete). Für das Gesamtkonzept ist das nicht unwesentlich. Der Standort an der Grünstraße hat lange funktioniert, weil sich die Geschäfte gegenseitig befruchteten. Baumarkt, Discounter und Vollsortimenter zogen gemeinsam die Kundschaft aus der Region. Davon leben auch die Imbissbuden und der Bäcker.

Birgit Tornow wird den Eröffnungstag – der 29. August 1991 – nie vergessen. Der Kaiser’s-Markt in Zehdenick war einer der ersten, der nach der politischen Wende startete. Lange vor Ladenöffnung um 9 Uhr reihten sich die Menschen mit den Einkaufskörben in die Schlange ein, die einmal quer über den damals noch mit Trabi und Wartburg gefüllten Parkplatz reichte. Für Birgit Tornow und andere langjährige Kolleginnen war das auch persönlich ein Glücksfall. „Damals einen Arbeitsplatz zu bekommen, war ja nicht so einfach“, sagt sie.

Von Cindy Lüderitz

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