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Kraatz: Konzept vom Naturkunstwerk geändert

Kräuter vom Garten in den Topf Kraatz: Konzept vom Naturkunstwerk geändert

Manuela Röhken aus Kraatz versucht sich in diesem Jahr an etwas Neuem. Nachdem sie ihre Gäste ein Jahrzehnt lang mit themenbezogenen Veranstaltungen beglückte, setzt sie künftig ganz auf Kräuter.

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Manuela Röhken in ihrem Garten

Quelle: STEFAN BLUMBERG

Kraatz. Kartoffeln. Groß. Klein. Verschiedenfarbig. 25 Sorten. Kartoffelsalat jeglicher Couleur. 150 Besucher. Das Internationale Jahr der Kartoffel war wohl eine der erfolgreichsten Veranstaltungen „Naturkunstwerk“ von Kraatz. Wolle, Wasser, Walnüsse oder Misteln tischte Manuela Röhken als Themen auf. Wie bei jeder anderen Veranstaltung wurde an solchen Tagen das jeweilige Thema von allen Seiten betrachtet. Experten begleiteten die Veranstaltungen, altes Handwerk wurde vorgestellt. Zweimal im Jahr zog Manuela Röhken diese Events der besonderen Art auf ihrem Hof in Kraatz auf. Zehn Jahre lang. „Nach der letzten Vorstellung im September beschloss ich, dass Schluss ist“, sagt die rührige Macherin der Firma Naturkunstwerk. Damals ging es ums Getreide. „Das Konzept lief aus. Es gab Zeiten, in denen 150 Besucher kamen, zuletzt waren es 20; auch wenn immer neue Leute erschienen.“ Manuela Röhken bezeichnet es als ihr Lieblingsprojekt, das eine gewisse Eigendynamik bekam und bei dem alle aus der Familie mitziehen mussten, um es zu bewältigen.

Die neue Reihe: „Der schöne Vormittag“

Und was kommt jetzt? „Ich mache was anderes“, sagt sie unbekümmert. Ihr Thema werden Wildkräuter und Wildfrüchte sowie deren Nutzung in der täglichen Ernährung sein. „Der schöne Vormittag“ – mit der Veranstaltungsreihe unterbreitet die 52-jährige ab März neue Angebote. Dazu finden sich die Interessierten bei ihr zu Hause ein. Die Idee: Bei einem Kräuterspaziergang durch ihren Garten lernen die Gäste Wildkräuter kennen und nutzen. Brennnessel, Veilchen, Sauerampfer, Hopfen, Taubnessel, Steinklee oder Nelkenwurz – es ist alles da, was das Herz begehrt. Ein Eldorado für Naturliebhaber.

Theorie und Praxis werden an einem solchen Vormittag (10 bis 13 Uhr) vereint. „Ich erläutere meinen Gästen einige wilde Wiesenkräuter und den Wert der Artenvielfalt in meinem Garten. Gemeinsam sammeln wir die Wildkräuter und verarbeiten sie zu einem einfachen Gericht. Die entstandenen Delikatessen verspeisen wir in gemütlicher Runde“, beschreibt Manuela Röhken den ungefähren Ablauf. „Auf Entdeckungsreise im Garten – ein wilder Genuss“, nennt sie ihr Angebot, das zwölf Euro kostet. Die Idee funktioniert aber nicht nur zu Hause, „ich fahre auch zu den Leuten“. Kitas, Schulen, touristische Veranstalter oder öffentliche Einrichtungen können das Angebot ebenso buchen. Bereits im Vorjahr hat sie mit dem Vortrag in einer Selbsthilfegruppe, bei Unterrichtseinheiten der „Grünen Woche“ der Stadtschule Gransee und Wildkräuterspaziergängen für Urlauber auf Gut Boltenhof einen Probelauf gestartet.

„Es gibt dafür Klientel“

Es ist kein Spleen, dem Manuela Röhken nachgeht. Sie ließ sich von einer Freundin inspirieren und schloss eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Ihr Anspruch ist es zu zeigen, wie man Wildkräuter in die tägliche normale Ernährung integriert. Es ist sicher eine spezielle Richtung, die sie einschlägt, „aber ich glaube, es gibt dafür ein Klientel“. Gruppen von sechs bis maximal zwölf Personen – das wäre eine ideale Größe. Monatlich einmal bittet sie ab dem 16. März in ihren Garten nach Kraatz.

Von Stefan Blumberg

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