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Kurs auf die Müritz

Zehdenick Kurs auf die Müritz

Mit Dieter Vahle und Martin Radimersky starten zwei Segler aus Oberhavel erstmals bei der Europameisterschaft in der Piratenklasse, die in diesem Jahr auf der Müritz ausgefahren wird. Auf einen Heimvorteil können die beiden nicht hoffen, dafür sei die Konkurrenz zu stark und der Sport zu sehr von äußeren Faktoren abhängig, vor allem vom Wind und von der Taktik.

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Voller Körpereinsatz: Dieter Vahle und Martin Radimersky auf ihrer Piraten-Jolle.

Quelle: Susanne Wernicke

Zehdenick. 60 Segelteams aus sieben Ländern starten am kommenden Wochenende auf der Müritz zur Europameisterschaft in der Bootsklasse Pirat – mit dem Zehdenicker Dieter Vahle und dem Fürstenberger Martin Radimersky haben sich dafür erstmals auch zwei Sportler aus dem Norden Oberhavels qualifiziert. Beide kennen sich seit 30 Jahren und fahren seit 2010 als Team auf einer Zwei-Mann-Jolle.

Schon die Qualifikation ist für beide der bislang größte sportliche Erfolg. „Die Chance, bei einer EM zu starten, war nie größer“, sagt Dieter Vahle. So nah vor der Haustür war der Wettbewerb noch nie. Auch deshalb haben beide in diesem Jahr mehrere Regatten absolviert, um Punkte zu sammeln und die Chancen auf eine Teilnahme zu erhöhen. „Glück war aber auch dabei“, sagt der 38-Jährige. Dieter Vahle segelt seit Kindertagen, hat die Liebe zum Sport von seinem Vater geerbt. Sein Trainingsrevier war und ist der Große Wentowsee. Dort trainiert er auch die Jugend des 1924 gegründeten Wassersportclubs Zehdenick.

Bei der EM erwartet die beiden ein anspruchsvolles Programm. Insgesamt 15 Wettfahrten müssen die Segler absolvieren, das sind vier am Tag. Am Sonntag und Montag werden die Boote zunächst vermessen und gewogen. „Sie dürfen nicht zu leicht sein, das wäre ein Wettbewerbsvorteil“, erklärt Vahle, der die Position des Steuermanns hat. Er ist zuständig für das Großsegel, Martin Radimersky ist Vorschoter, in seinen Händen liegt das Vorsegel, der Spinnacker. Beide kennen die Müritz schon von anderen Wettbewerben, heimtückisch bleibe das Gewässer wegen der wechselnden Winde trotzdem. „Um 20 Grad schwanken Winde immer. Damit muss man umgehen und schnell reagieren können“, sagt Vahle, der schon bei Flaute gesegelt ist, aber eben auch bei Windstärke acht oder neun.

„Wir sind vom Körpergewicht her ein leichtes Team, für uns wäre auch leichter Wind ideal. Aber das kann man sich nicht aussuchen.“ Dass beiden die Nähe des Wasserrevieres zu Gute kommen könnte, glaubt Dieter Vahle nicht. „Vorne mitzufahren, ist illusorisch. Bei dieser Klasse gibt es keinen Heimvorteil mehr. Dafür sind alle, die dort starten, zu gut. Wir können hoffen, dass wir gut beim Start wegkommen und taktisch klug fahren.“ Während der Fahrt müssen beide voll konzentriert sein. Jeder Schnitzer werde sofort bestraft.

Die Piratenklasse gibt es seit 1938. Bei diesem Wettbewerb komme es zwar auch auf Technik und Ausrüstung an, aber eben noch mehr aufs „Köpfchen“. Erfahrung zahle sich bei diesem Kurs aus. Das Segelboot der beiden Oberhaveler hat zwar schon ein paar Jahre auf den Planken, ist aber gut in Schuss. Ein neueres Boot würde rund 25 000 Euro kosten. Hinzu kommt ein Jahresetat von mindestens 3000 Euro für Segel, Seile und anderes Zubehör. Das Startgeld für die Regatten ist da noch nicht eingerechnet. „Wir haben dank der Qualifikation das erste Mal überhaupt einen Sponsor, der uns Geld für ein Segel zur Verfügung stellte“, freut sich Vahle.

Von Cindy Lüderitz

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