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Gransee Luxus in Bienenhausen
Lokales Oberhavel Gransee Luxus in Bienenhausen
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17:34 07.05.2017
Entwickler Richard Rossa öffnet für Zuschauer das Fenster zu seiner Bienensauna. Die Bienen werden zwei Mal im Jahr für drei bis vier Stunde mit einer Schwitzkur behandelt – das hilft gegen Parasiten. Quelle: Uwe Halling
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Mildenberg

Nach drei Stunden in der Sauna werden selbst die agilsten Bienen zutraulich. Zum Beweis greift Erfinder Richard Rossa in die Beute und lässt einen Schwarm der sanften Flieger auf seiner Hand brummen. Ganz friedlich. Die Zuschauer sind beeindruckt, manche staunen mit offenem Mund über den Bienenflüsterer und die zahmen Honigsammler. Richard Rossa nennt das die Stufe der absoluten Entspannung. „Sie sind dann satt und zufrieden.“ Die Schwitzkur in der Beute helfe den Tieren aber auch, sich gegen einen ihrer ärgsten Feinde zu wappnen – die Varroamilbe. Der Parasit rafft in jedem Winter zahlreiche Bienenvölker zugrunde. Als Alternative zur Chemiekeule und der aufwendigen Behandlung etwa mit Ameisensäure hat der Ingenieur Rossa die Bienensauna entwickelt, die er am Sonntag beim Frühlingsfest des Imkervereins in Mildenberg vorstellte.

„Bienen werden zu kalt gehalten“, betonte der Fachmann, während er seine Saunaheizung unter den Brutkasten montierte und langsam die Temperatur im Bienenhaus erhöhte. Durch eine Glasscheibe war zu beobachten, dass die schwarmbereiten Tiere am Anfang noch recht aufgeregt auf die Zufuhr reagierten. Das legte sich nach zwei Stunden in der rund 42 Grad warmen Umgebung – bei dieser Hitze ist die Milbe schnell Geschichte. Manfred Borgstädt, selbst ein Pionier der Bienenforschung und Fördermitglied des Zehdenicker Vereins, hält große Stücke auf Richard Rossa und dessen Erfindung. Beide verfolgen ähnliche Ansätze, um die Bienenzucht stetig zu verbessern und die Widerstandskraft sowie die Gesundheit der Tiere zu fördern. Borgstädt hat schon vor Jahren ein Wärmeverbundsystem für die Bienenbeute entwickelt, um ein konstantes Wohlfühlklima zu erzeugen, das Bienen angenehm ist und die wärmeempfindlichere Varroamilbe zurückdrängt. Er arbeitet dabei mit Thermoboden und Dämmmaterial.

Richard Rossa sagte, in der normalen Beute müssten die Tiere permanent arbeiten, um Wärme zu erzeugen. Leider sei der Verlust so enorm, „als würde permanent ein Fenster offenen stehen“. Vor allem in diesem viel zu kalten Frühjahr helfe Wärme von außen, die Tiere gesund und vital zu halten. „Wer sich jetzt nicht um seinen Bienen kümmert und sie pflegt, wird sein blaues Wunder erleben“, prophezeite Borgstädt. Weil es für den Blütennektar zu kalt sei, müssten die Bienen von ihren Vorräten leben. Die seien bald aufgebraucht. „Eine Blüte bringt erst bei 20 Grad Honig. Diese Temperaturen haben wir bislang kaum erreicht. Für die Obstblüte hat sich das fast erledigt. Vielleicht bleibt ein wenig vom Raps übrig“, erklärte Borgstädt. Die gemeinsame Präsentation der beiden Bienenforscher könnte für die Imkerwelt noch erfreuliche Folgen haben. „Wir werden ins Gespräch kommen und einen Weg finden, beide Systeme zu kombinieren“, versprach Borgstädt.

Von Cindy Lüderitz

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