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Gransee Museumsschiff auf Dienstreise
Lokales Oberhavel Gransee Museumsschiff auf Dienstreise
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00:33 13.06.2015
Gerhard Krüger, Bärbel Weise und Fred Schröder (v.l.) am Steuer. Quelle: Foto: Cindy Lüderitz
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Zehdenick

Für eine bald 100-Jährige ist die „Carola“ gut in Schuss. „Ganz und gar fahrtauglich“, betont Gerhard Krüger. Der 70-jährige Schiffsführer und sein Kollege Fred Schröder haben das Museumsschiff für eine Präsentationsfahrt am 19. Juni nach Liebenwalde flott gemacht. Auf dem Kanalfest wird der alte Finowmaßkahn die Havelstadt repräsentieren.

„Alles ist bestens“, bestätigt Fred Schröder nach der technischen Durchsicht. Der Motor, der mittels Pressluft gestartet wird, war nach der langen Winterpause auf Anhieb angesprungen. Der Probelauf am Ankerplatz „Elisabethmühle“ verlief reibungslos. „Wir können starten“, so Schröder. Für die 18 Kilometer lange Strecke nach Liebenwalde plant die Besatzung mit gut zwei Stunden Fahrzeit. „Wenn die Schleuse in Bischofswerder nicht so voll ist“, erklärt Gerhard Krüger. Und dann muss das 42 Meter lang Schiff auch noch sicher durch enge Passagen manövriert werden. Die „Carola“, sagt Fred Schröder, fahre sich wie ein Auto. Der Wind müsse miteinkalkuliert werden. „Und die Kühlerhaube ist hier natürlich ein wenig länger, sie müssen weiter gucken“, ergänzt Gerhard Krüger.

Der Kahn, den der Kapitän selbst viele Jahre über Flüsse und Kanäle steuerte, war noch etwas länger: 67 Meter. Seit vier Jahren ist Krüger im Ruhestand und in Zehdenick vor Anker. Der Familie wegen zogen er und seine Frau von Stralsund in die Havelstadt. Ein Glücksfall für den Fremdenverkehrsverein, der seit neuen Jahren das Museumsschiff bewirtschaftet und einen Kapitän mit Patent suchte. Gelernte Schiffsführer soll es in Zehdenick viele geben. Aber ans Steuer dürfen sie nur, wenn sie ihre Tauglichkeit regelmäßig amtlich beglaubigen lassen. „Ich muss jedes Jahr zum Tüv“, sagt Krüger. Das gilt, wenn auch in einem anderen Turnus, genauso für die „Carola“. Spätestens im nächsten Frühjahr, sagt Bärbel Weise vom Fremdenverkehrsverein, müsste der Kahn wieder zur großen Durchsicht. Ob es dann noch einmal mit der Plakette klappt, ist unklar. 2016 wird der Finowmaßkahn 100 Jahre alt. Die deutlich jüngere Technik funktioniert. Aber die Instandhaltung sei aufwendig und teuer, sagt Weise. In diesem Jahr stünden Malerarbeiten an, und Roststellen müssten behandelt werden. „Wir möchten vor allem, dass das Schiff erhalten bleibt“, sagt Bärbel Weise.

Für Zehdenick und seine Besucher sei das Schiff eine Bereicherung. Fast 2300 Besucher zählte das schwimmende Museum im vergangenen Jahr. Allerdings werde es zunehmend schwieriger, Personal zu finden und die Öffnungszeiten abzusichern. Derzeit kümmern sich eine Ein-Euro-Kraft und ein Mini-Jobber des Vereins um Besucher.

Von Cindy Lüderitz

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