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Musik zum Anfassen

Boltenhof Musik zum Anfassen

Einmal in der Woche wird der Saal des Gutshauses in Boltenhof zum Musikzimmer. Kinder bis vier Jahre führt Thomas Vogel an die Musik heran. Liedtexte und Noten lernen stehen hier noch nicht auf dem Programm – es geht um Musik als Erlebnis.

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Auf Gut Boltenhof machen Kinder erste Erfahrungen mit der Musik – Thomas Vogel (l.) spielt und singt mit ihnen.

Quelle: Cindy Lüderitz

Boltenhof/Himmelpfort. Sie trommeln gerne, klackern mit Hölzern und tasten sich an das Klavier heran – so viel kann ihrer Musiklehrer schon nach drei Stunden sagen. Während er Klarinette spielt, hüpfen die Kinder durch den Musikraum im Gutshaus Boltenhof. Auf Strümpfen und mit Kuscheltier im Arm wird hier einmal wöchentlich Musik zum Erlebnis. Den klassischen Musikunterricht möchte Thomas Vogel den Kleinkindern noch nicht zumuten. „Es geht nicht darum, etwas zu erreichen oder zu beherrschen. Es geht darum, mit Musik in Kontakt zu sein. Elementarbildung“, sagt er.

Am Montag dieser Woche war die dritte Stunde. Alles findet sich noch. „Ich überlege mir jedes Mal, was ich mit den Kindern anstelle, welche Lieder wir hören oder singen, welche Instrumente ich mitbringe.“ Vogel spielt unter anderem Klavier, Gitarre, Klarinette, Akkordeon und Flöte. Diesmal hatte der Himmelpforter Tschaikowski mitgebracht. Die Nussknacker-Suite des Komponisten hat er als Kind selbst gerne gehört, weil sie ihm so bildreich erschien und die Fantasie anregte. Auch die Kinder von Boltenhof bleiben stehen, richten ihr Gehör zum Lautsprecher, als die Musik zu spielen beginnt. Dann fangen einige an zu tanzen, andere versuchen, das Stück auf ihrer Trompete zu begleiten.

Die Initiative für dieses Angebot ging von Jan-Uwe und Andrea Riest, den Betreibern des Gutshofes, aus. Sie möchten, dass ihre Kinder eine Beziehung zur Musik entwickeln, spielerisch. Zum Unterricht nach Gransee oder Lychen ist es für sie und andere Eltern aus den umliegenden Ortsteilen ein zu weiter Weg. Deshalb haben sie mit Thomas Vogel die Musik einfach ins Schloss geholt. Dass sich in der ersten Gruppe nur U-4-Kinder zusammengefunden haben, ist eher Zufall. Angedacht war es, noch eine zweite Gruppe für die etwas größeren Kinder anzubieten. „Wir nennen das nicht musikalische Früherziehung, sondern Früherfahrung“, sagt Andrea Riest. Die Mütter der Kleinkinder sind während der Stunde mit dabei. „Es ist schöner und einfacher, zehn Minuten hier her zu fahren, anstatt eine Stunde unterwegs zu sein, um nach Gransee und wieder zurück zu kommen“, sagt eine Mutti.

Thomas Vogel ist Musiker aus Leidenschaft. Sein Geld verdient er damit nicht (mehr). Früher hat er mal auf der Straße Akkordeon gespielt und musste notgedrungen lernen, wie man solche Instrumente repariert. „Ich wusste, es ist das wichtigste, um Geld zu verdienen. Also habe ich eine Lehre zum Instrumentenbauer gemacht.“ Auf Zuruf bringt er heute auch die Instrumente von anderen wieder in Schuss. Sein Geld verdient er inzwischen aber als Haus- und Hofhandwerker in der Region. Wer Interesse an der Musikstunde auf Gut Boltenhof hat, kann sich bei Thomas Vogel unter 0170/78 69 241 melden.

Von Cindy Lüderitz

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