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Geschichts-TV aus Nassenheide

Jugendliche auf Zeitensprung Geschichts-TV aus Nassenheide

Mit einem Film über die alte Dorfschule beteiligt sich der Jugendclub Nassenheide an dem Geschichtswettbewerb „Zeitensprünge“. Die Schüler führten Interviews mit der Generation ihrer Großeltern.

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Das Zeitensprung-Team bei der Recherche.

Quelle: Foto: Uwe Halling

Nassenheide. Auf fünf Minuten mussten die jungen Filmemacher aus Nassenheide ihren Videobeitrag für den Landes-Wettbewerb „Zeitensprünge“ kürzen. Dabei reicht das Material, das sie aus Interviews und der Chronikrecherche über die alte Dorfschule zusammentrugen, für mindestens eine halbe Stunde Geschichts-TV. Bei einer Präsentation vor Zeitzeugen und Gästen wurde das Video „Meine Ort – meine Heimat“ am Sonnabend im Dorfgemeinschaftshaus deshalb in voller Länge gezeigt und erntete wohlwollendes Nicken aus dem Publikum.

Der älteste Zuschauer im Raum war Erich Grimm. Er wurde 1937 in Nassenheide eingeschult. Damals gab es noch Abteilungsunterricht und zwei Lehrer für eine Klasse mit 50 Schülern. Hochachtung habe er vor den Pädagogen, die die quirlige Bande im Zaum hielten, sagt Grimm. Der Rohrstock kam selten zum Einsatz. „Wir haben viel und gut gelernt. Viele Schüler aus Nassenheide haben sich gemacht, sind Ingenieure oder Doktoren geworden“, betont Grimm, der nach einer Tischlerlehre selbst noch studierte und Lehrer wurde. Neben vielen schönen, zählten aber auch beklemmende Erinnerung zu seiner Schulzeit. Nie werde er die Bilder von den Häftlingen des KZ Sachsenhausen vergessen, die in Massen die B 96 hoch durch das Dorf getrieben wurden. Auf die Frage der Schüler warum das so ist, habe der Lehrer geantwortet: „Es sind Feinde des Volkes.“ „Damit mussten wir leben“, so Grimm.

Keiner der Gesprächspartner habe sich gerne an diese Zeit erinnert, sagt Jugendclubleiterin Silvana Wiese über die Spurensuche. Manches sei verdrängt worden. Über die 50er und 60er Jahre hätten die Interviewpartner umso lebhafter erzählt. Untermalt werden die Sequenzen von historischer „Filmmusik“. Auch „Auferstanden aus Ruinen...“ erklingt.

Für den 15-jährigen Gero Ziehm vom Zeitensprung-Team war interessant zu erfahren, „was Oma und Opa in der Schule machten, welche Streiche sie ihren Lehrern spielten.“ Vieles sei ganz anders gewesen und nicht vergleichbar mit der neuen Zeit. Eine Kindheit ohne Handy, ohne Computer, ohne Spielkonsole. „Richtig vorstellen konnten sich die Jungs das am Anfang nicht. Manches hat sie auch überfordert“, sagt Silvana Wiese. Aber genau das machte den Zeitensprung auch so spannend.

Von Cindy Lüderitz

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