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Auch eine Null ist eine Aussage

Artenerfassung im Naturpark Stechlin Auch eine Null ist eine Aussage

Seit einem Jahr sind die Ranger der Naturwacht auf der Suche nach dem Rebhuhn. Bislang ohne Erfolg. Dafür kämpfen die Ordnungshüter im Naturpark Stechlin mit Zerstörungswut und Diebstahl. Die Naturpark-Eule ist dabei ein besonders begehrtes Souvenir.

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Partner des Naturparks zogen am Freitag in Menz Bilanz.

Quelle: FOTO: Cindy Lüderitz

Menz. Hiobsbotschaften hatte Naturparkleiter Mario Schrumpf am Freitag nicht zu vermelden – und nahm dies als Beleg für die erfolgreiche Arbeit im Großschutzgebiet Stechlin. Ärgerlich sei jedoch, dass sich in einigen Naturschutzrevieren – etwa rund um den Klarwassersee in Neuglobsow oder den Wummsee bei Rheinsberg – die Zahl der Verstöße summiere. „Wenn sich Schwarz-Camper nicht mal mehr die Mühe machen, ihr Zelt am Rand aufzuschlagen, sondern mitten auf dem Wanderweg, dann ärgert mich das schon“, sagte Schrumpf anlässlich der Jahrespressekonferenz.

Neben der Missachtung der Schutzgebietsverordnung sorgten Zerstörungswut und Diebstahl für viel Arbeit. Allein 30 Naturpark-Schilder (die mit der Eule) mussten im vergangenen Jahr ersetzt werden, weil sie entweder als Souvenir oder aus Boshaftigkeit gestohlen worden sind.

Angespannt bleibt die Lage beim Förderverein Naturlandschaft Stechlin und Menzer Heide als einem der wichtigsten Partner des Naturparks. Zwar konnten dank eines Landesprogramms die Stellen für die Bewirtschaftung des Besucherzentrums (Naturparkhaus) gesichert werden – diese werden bis 2018 gefördert. Da es zugleich aber so gut wie keine öffentlich geförderten Personalstellen mehr gibt, wie Vereinschef Wolfgang Henkel betonte, müsse der Verein sein Angebot etwas zurückfahren. So werden die Öffnungszeiten im Glasmuseum in Neuglobsow in dieser Saison eingeschränkt. Voraussichtlich bis Ostern hat das Haus geschlossen. In Menz werden die Öffnungszeiten den Gewohnheiten der Besucher angepasst. Die kommen in der Mehrheit erst ab 11 Uhr und nur noch spärlich nach 17 Uhr.

Zu den Schwerpunkten der Naturwacht gehört neben der Gebietskontrolle, Pegelmessung und der Umweltbildungsarbeit auch die Artenerfassung. Die sei nicht immer von Erfolg gekrönt, wie Chefin Anke Rudnik eingestehen musste. So machten sich die Ranger im vergangenen Jahr in Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin auf die Suche nach Rebhühnern und mussten feststellen, dass es keine mehr gibt. „Aber auch eine Null ist eine Aussage“, so Rudnik. Dagegen konnten vermehrt Krickenten und andere wärmeliebende Bewohner festgestellt werden, was Rudnik unter anderem auf die Klimaveränderungen zurückführt. Auch die eher im Süden beheimatete Gottesanbeterin sei vermehrt im Naturpark beobachtet worden.

Die Natur- und Landschaftsführer konnten im vergangenen Jahr erneut ein Besucherplus verzeichnen. Insgesamt 15 500 Gäste wurden laut Sieglinde Assatzk auf Führungen, Wanderungen, Bus-, Rad- oder Kanutouren betreut – 500 mehr als im Jahr davor. Zugleich boten die Naturkundler insgesamt 831 Veranstaltungen an, das ist ein Plus von 231. Im März startet in Menz der dritte Ausbildungskurs für zertifizierte Landschaftsführer, diesmal mit dem Schwerpunkt Kyritz-Ruppiner Heide.

Von Cindy Lüderitz

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