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Nitrate im Brunnenwasser

Zehdenick Nitrate im Brunnenwasser

Alarmierende Werte haben Gewässerschützer in Wasserproben aus dem Raum Zehdenick ermittelt. Die Nitratkonzentration in einem privaten Brunnen in Klein-Mutz lag um das Fünffache über den Grenzwerten der deutschen Trinkwasserverordnung.

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Harald Gülzow vom Verein für Gewässerschutz bei der Analyse der Brunnenwasserproben.

Quelle: PresseinformatioN

Zehdenick. Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 16. Mai in Zehdenick abgegeben worden sind. In jeder siebten Probe lag die Nitratkonzentration nach Angaben des Vereins oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Analysiert wurde Wasser aus 45 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Zehdenick, Gransee, dem Löwenberger Land sowie Liebenwalde.

Alarmierend waren die Ergebnisse einer Probe aus einem Brunnen in Klein-Mutz mit 256 Milligramm Nitrat pro Liter. Weitere verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Rönnebeck mit 112 Milligramm pro Liter (mg/l) und in einer weiteren Probe aus Zehdenick mit 83 mg/l fest. Das Brunnenwasser ist wegen der Überschreitung nicht mehr zum Trinken geeignet und sollte auch nicht als Brauchwasser für den Fischteich oder die Blumen genutzt werden, erklärten die Fachleute am Montag. Die betroffenen Bürger wurden vom Verein über die Ergebnisse informiert.

Für das Zehdenicker Trinkwasser kann Stadtwerke-Chef Uwe Mietrasch Entwarnung geben. „Wir haben keine Probleme mit der Nitratkonzentration“, so der Geschäftsführer. Die Werte für das Leitungswasser lägen bei 1,75 Milligramm Nitrat pro Liter. Der ebenfalls wichtige Nitritwert, ein Abbauprodukt des Nitrats, läge unterhalb der Nachweisgrenze. Die aktuellen Laboranalysen sind auf der Internetseite der Stadtwerke einsehbar. Gleichwohl bestätigt Uwe Mietrasch, dass Nitrate für alle Versorger ein Thema seien und die Werte in manchen Region ansteigen würden. „Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen“, so der Stadtwerkechef. Hauptursache für die teilweise starke Konzentration sei der Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft.

Warum die Werte im benachbarten Klein-Mutz derart hoch sind, darüber sei nur zu spekulieren. Es könne ein punktuelles Problem sein. Auch das Alter des Brunnens und die Tiefe spielten eine Rolle. Das Zehdenicker Trinkwasser werde laut Mietrasch aus dem Einzugsbereich der Havel in einer Tiefe von rund 20 Metern gewonnen. Aus welchen Tiefen das Grundwasser der privaten Brunnen stammt, ist nicht bekannt. Es sei nicht auszuschließen, dass das Grundwasser in den betroffenen Bereichen aus geringeren Tiefen gewonnen werde und deshalb stärker belastet sei.

Der Verein für Gewässerschutz hat seine Ergebnisse mit einem Appell an die Politik verknüpft. „Die Politiker sind gefordert in der sogenannten Stoffstrombilanz die Berücksichtigung der gesamten Stickstoffe von den Massentierhaltungen zu verlangen“, so die Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Die Umweltschützer kritisieren, dass Massentierhaltungen und Biogasanlagen bisher ganz legal zu einer erheblichen Belastung des Grundwassers beitrügen. „Die Nährstoffüberschüsse, die letztendlich in der Umwelt landen, lassen sich in den Betrieben mit den bisherigen Methoden nicht ausreichend erfassen“, so Bareiß-Gülzow.

Von Cindy Lüderitz

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