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Oberhavels erster Seniorenkiez

Zehdenick Oberhavels erster Seniorenkiez

Nach einem Jahr Bauzeit wurde am Freitag in Zehdenick-Süd ein Wohnquartier für ältere Menschen eingeweiht. Mehr als drei Millionen Euro investierten die Gewo und der DRK-Kreisverband Gransee in das Pilotprojekt. Tür an Tür leben Senioren entweder in barrierefreien Wohnbungalows oder aber in einer WG mit angeschlossenem Pflegedienst.

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Vertreter von Gewo, DRK, WG-Rat und Architekturbüro feierten gestern die offizielle Einweihung des Seniorenwohnquartiers in Zehdenick.

Quelle: Uwe Halling

Zehdenick. Dass sie mit 88 Jahren noch mal in eine WG zieht, hätte Margit Nägel nicht gedacht. Und dass es so nett sein könnte, auch nicht. Gemeinsam mit ihrem Mann Walter gehört sie zu den ersten Bewohnern im neuen Seniorenkiez Zehdenick-Süd. Am Freitag wurde das kreisweit bislang einzigartige Wohnquartier offiziell eingeweiht.

Der DRK-Kreisverband Gransee und die Gewo Zehdenick haben an der Straße des Friedens ein Pilotprojekt gestemmt, von dem sich Oberhavels Sozialdezernent Matthias Rink eine Vorbildwirkung erhofft – „mögen diesem Beispiel an anderer Stelle noch weitere folgen“, sagte er anlässlich der Eröffnung.

Die ersten Planungsschritte liegen zweieinhalb Jahre zurück. Die Gewo wollte Wohnraum für ältere Menschen in der Stadt schaffen, das DRK eine neue Wohnform für Senioren etablieren. Von der Stadt wurde ein Grundstück im Neubaugebiet erworben – eine grüne Wiese zwischen den Häusern. Auf der einen Seite des Baulands entstanden unter Regie der Wohnungsbaugesellschaft fünf barrierefreie Wohnbungalows mit jeweils zwei Wohnungen. Alle sind seit Februar vermietet und bewohnt – „wir sind zu 100 Prozent ausgelastet“, sagte Gewo-Chef Diemke.

Auf der anderen Seite entstand ein Wohnhaus mit 18 Einzelzimmern sowie Gemeinschaftsräumen auf zwei Etagen – für Menschen mit Hilfebedarf. Die erste Etage ist inzwischen belegt, sagte DRK-Geschäftsführerin Iris Utecht. Die Vermietung der zweiten Einheit soll bis August abgeschlossen werden. Um die Belange der Bewohner, die derzeit zwischen 86 und 89 Jahren alt sind, kümmert sich ein WG-Rat. Mitglieder sind oftmals die Kinder oder andere Angehörige. Margit Nägels Sohn Ralf-Dietmar ist Vorsitzender des Beirates, seine Frau Sigrid ist Kassenwartin und kümmert sich um ein Treuhand-Konto sowie das Haushaltsgeld für die WG-Einkäufe. „Wir sind sehr glücklich. Für uns ist das eine große Erleichterung, unsere Eltern gut untergebracht und in der Nähe zu wissen“, sagt Ralf-Dietmar Nägel und seine Frau fügt hinzu: „Wir würden hier irgendwann auch einziehen“.

Beiden war wichtig, dass die Eltern ihr Eigenes haben, vor allem aber der pflegebedürftige Vater auch rund um die Uhr betreut wird. Dafür hat der WG-Rat nach Prüfung verschiedener Angebote einen Betreuungsvertrag mit dem ambulanten Pflegedienst des DRK abgeschlossen. Die Bewohner können, müssen die Hilfe aber nicht in Anspruch nehmen. Jeder soll in der Gemeinschaft so selbstbestimmt leben, wie er kann. Für Margit Nägel war es erst eine Umstellung, sie lebt jetzt Zimmer an Zimmer mit ihrem Mann. Dass sie sich zum Lesen und Rätseln zurückziehen, zum Mittag aber auch gemeinsam mit den anderen in der großen Küche erzählen kann, gefällt ihr gut. Mehr als drei Millionen Euro investierten die Bauherren in das Pilotprojekt. Allein 1,8 Millionen Euro kostete das Haus des DRK. 300 000 Euro kamen dafür aus dem Topf der Deutschen Fernsehlotterie, 500 000 Euro vom Bund.

Von Cindy Lüderitz

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