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Rätsel der Geschichte

Sanierung in Ravensbrück Rätsel der Geschichte

Für rund 1,4 Millionen Euro wird das historische Wasserwerk des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück saniert. Der Zweckbau wurde 1939 als eines der ersten Häuser auf dem Gelände errichtet. Die technischen Anlagen der Wasseraufbereitung sind nahezu komplett erhalten.

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Architekt Christian Kannenberg mit einem historischen Foto vom Bau des Dachstuhls 1939.

Quelle: Foto: Uwe Halling

Fürstenberg. Mit dem historischen Wasserwerk wird jetzt eines der ältesten Gebäude auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück saniert. In dem langgestreckten Funktionstrakt sollen bis 2018 Ausstellungsräume von rund 200 Quadratmetern sowie Werkstätten entstehen. Die Gesamtkosten bezifferte Stiftungssprecher Horst Seferens am Donnerstag mit 1,4 Millionen Euro.

Rund 300 000 Euro kostet im ersten Bauabschnitt die Sicherung des historischen Dachstuhls, der für Architekt Christian Kannenberg eine in der Dimension imposante, wenn auch sparsame Konstruktion ist. „Aus statischer Sicht würde es heute anders gebaut werden. Aber allein am Dachaufbau kann man erkennen, dass den Häusern der Kommandantur eine besondere Bedeutung beigemessen worden ist“, sagte er am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Mit dem Umbau des Wasserwerks wird nach fast 20 Jahren zugleich die denkmalgerechte Sanierung des Gesamt-Ensembles der ehemaligen Kommandantur abgeschlossen.

Das Wasserwerk wurde 1939 als eines der ersten Häuser errichtet und war nach einer Erweiterung ausgelegt für die Versorgung von 40 000 Menschen. In dem Zweckbau waren auch die Elektroversorgung mit Transformatorenraum, die Funkstelle des Lagers sowie die Garagen der Kommandantur untergebracht. Die Wasser-Anlagen waren bis 1993 in Betrieb, die Pumpen und die riesigen Tanks sind noch heute gut erhalten. Das technische Denkmal soll nach der Sanierung für Besucher zugänglich sein. Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach weiß um das öffentliche Interesse an der Infrastruktur der früheren Lager. „Wir haben uns in den ersten Jahren den Orten des Gedenkens gewidmet. Zunehmend interessant wird jetzt, wie diese Lager als System funktioniert haben. Wie war es möglich, diese kleinen Städte autark zu versorgen“, so Eschebach.

Fragen wirft unterdessen das Erscheinungsbild der ehemaligen Funkstelle auf. Die baulichen Veränderungen in diesem Trakt lassen sich bislang weder zeitlich zuordnen noch genau erklären. Bislang ist es beispielsweise nur eine Vermutung, dass die ein Meter dicke Zwischendecke, die nachträglich eingezogen worden ist, die Funker vor Bombenangriffen schützen sollte. Für den Tresen, der in den Raum eingebaut worden ist, haben Architekt und Wissenschaftler bislang keine Erklärung. „Manchmal müssen wir mit den Rätseln der Geschichte leben“, sagt Insa Eschebach. Wichtig sei aber, auch die Nachkriegszeit auf dem früheren Lagergelände zu beleuchten. In dem großen Ausstellungsraum, der im früheren Garagentrakt entstehen soll, kann sich Eschebach auch deshalb eine Ausstellung über die sowjetische Nachnutzung vorstellen. „Das wäre ein Projekt, bei dem wir gerne mit der Stadt Fürstenberg kooperieren und die Erinnerungen der Fürstenberger einbinden wollten.“

Von Cindy Lüderitz

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