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Schlägerei mit Folgen

Zehdenick Schlägerei mit Folgen

Vor dem Amtsgericht Zehdenick wurde am Dienstag das Urteil im Prügelprozess verkündet. Nach einem Sommerfest in der Havelstadt kam es abseits des Trubels zu einer Schlägerei zwischen mehreren Beteiligten. Die zwei Angeklagten hatten dabei besonders zugelangt. Einer muss nun ins Gefängnis, der andere erhielt eine Bewährungsstrafe.

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Nach dem Sommerfest in Zehdenick flogen die Fäuste.

Quelle: DPA

Zehdenick. Die Verletzungen des Opfers vom letzten Jahr sind folgenlos verheilt. Für die Täter allerdings gab es jetzt die Quittung vom Amtsgericht. Sven S. erhielt eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und muss 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Für drei Jahre muss er sich der Aufsicht eines Bewährungshelfers stellen. Trotz seiner erheblichen Vorstrafen gab ihm das Gericht diese Chance und berücksichtigte dabei, dass der 43-Jährige ein Geständnis ablegte, in geordneten Verhältnissen lebt, als Bauhelfer einen festen Job hat und seine letzte einschlägige Tat lange zurückliegt (2001).

Markus W. dagegen muss für ein Jahr ins Gefängnis und 200 Euro Schmerzensgeld aufbringen. Der 31-Jährige stand während der Tat unter Bewährung und ist mehrfach einschlägig vorbestraft. „Sie haben sich zur Sache nicht geäußert, so dass ich bei ihnen nichts Positives finden konnte“, begründete die Richterin ihr Urteil. Das Gericht sprach die beiden Zehdenicker, nach der Vernehmung von sieben Zeugen und den Plädoyers des Staatsanwaltes und der Verteidiger, der vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig.

Lars K. wurde das viele Biertrinken auf dem Sommerfest in Zehdenick am 7. August vorigen Jahres zum Verhängnis. Nach Feierabend saß er schon mit seinen Begleiterinnen im Auto, um nach Gransee zu fahren, musste aber dringend urinieren und stieg aus. Während er sein Geschäft an einer Hauswand erledigte, stellte ihn ein älterer Mann zur Rede. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, die zu einer Rangelei ausartete. Beide gingen zu Boden und den drei wartenden Frauen aus dem Pkw gelang es nicht, die beiden zu trennen. Sie riefen um Hilfe und eine größere Menschengruppe näherte sich dem Geschehen. Darunter offenbar die beiden Angeklagten.

Der geschädigte Lars K. sagte gestern als Zeuge aus, dass er von Sven S. vom Boden hochgerissen und an die Wand geschleudert worden sei. Dabei sei er mit dem Hinterkopf an eine Fensterecke geschlagen und habe sich eine stark blutende Platzwunde zugezogen. In dem Augenblick ging sein Arbeitskollege dazwischen. Als er noch benommen auf dem Bordstein saß – sein Kollege und die Frauen leisteten Erste Hilfe – lief Markus W. auf ihn zu und schlug ihn mit der Faust ins Gesicht. Beide Angreifer waren in dem Tumult schnell abgetaucht. Er habe, so Lars K., später bei der Polizei die beiden bei der Lichtbildervorlage klar identifiziert. Die Wunde musste im Krankenhaus genäht werden.

Sven S. gab zu, den 30-jährigen Granseer an die Wand „gestellt zu haben“, aber er wollte ihn nicht verletzen. Die anderen Zeugen bestätigten im Wesentlichen, den von Lars K. geschilderten Tathergang, konnten sich im Detail jedoch nicht mehr genau an zeitliche Abläufe erinnern. Es waren viele Menschen plötzlich da, einige waren ihrerseits in Rangeleien verwickelt, die Lage war äußerst unübersichtlich, so ihre Aussagen. Der Staatsanwalt sagte dazu: „ Die Zeugen haben den äußeren Tatablauf übereinstimmend bestätigt und die Aussage von Lars K. sei sehr glaubhaft, somit gibt es an der Schuld der beiden Angeklagten keinen Zweifel“.

Von Helmut Schneider

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