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Sommerfest der Willkommensinitiative

Gransee Sommerfest der Willkommensinitiative

Das Begegnungshaus in Gransee ist in den nicht einmal anderthalb Jahren seit der Eröffnung zu einem Ort wahren des Austausches der Kulturen geworden. 240 Gäste dokumentierten das beim Sommerfest am Freitagabend.

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Deftiges vom Grill ließen sich die Gäste schmecken.

Quelle: STEFAN BLUMBERG

Gransee. Mit kurzer Hose, mit Burka. Mit Ketchup, mit scharfen Gewürzen. Mit deutscher Musik, mit arabischer. Das Sommerfest der Willkommensinitiative Gransee war – wie sollte es anders sein – international geprägt. Die Kinder sprangen in der Hopseburg um die Wette, ließen sich die Gesichter anmalen, drehten am Glücksrad und warfen Büchsen um. Die Erwachsenen sangen, tanzten, vergnügten sich – alles bunt gemischt. Auf dem Grill lagen Deftiges aus fernen Ländern und ’ne Bratwurst.

240 Frauen, Männer und Kinder versammelten sich am Freitagabend am Begegnungshaus in Gransee. Feierten, spielten, sprachen, sangen und tanzten miteinander. Es waren viele bekannte Gesichter unter den Flüchtlingen. Das merkte auch Bürgermeister Mario Gruschinske in seinen Begrüßungsworten an. „Viele, die schon beim ersten Sommerfest vor einem Jahr hier waren, sind immer noch hier – ganz freiwillig.“ Er findet, dass die Flüchtlinge den Ort bereichern würden. „Und die ehrenamtliche Energie, die hier reinfliegt, kann man hauptamtlich gar nicht aufwenden“, lobte er in seinen Worten.

Marlies Weigel war das erste Mal auf dem Gelände des Begegnungshauses: „Ich bin eine alteingesessene Granseerin. Ich bin dafür, dass Flüchtlinge integriert werden, hier ein Heim und Arbeit finden. Ich möchte Flagge zeigen“, sagte sie und hofft, dass sich die Flüchtlinge hier wohl fühlen und keine Angst haben müssen.

Klaus Pölitz ist einer der Motoren der Willkommensinitiative. Er stellte fest, dass sich die (ehrenamtliche) Arbeit mit den Flüchtlingen verändert hat. „Sie sind selbstständiger geworden. Man muss sie nicht mehr ständig bei Arztbesuchen oder Behördengängen begleiten. Jetzt geht es eher darum, Praktika oder Arbeit für sie zu finden.“ Und praktische Hilfe werde benötigt; zum Beispiel bei Umzügen in Wohnungen. „Es sind schon fast 100 Personen in Wohnungen untergebracht“, sagt Ines Richter von der Willkommensinitiative. Und die Zahl der Bewohner des Heimes sei zurückgegangen. Deshalb wäre es der Wunsch, die Personenanzahl pro Zimmer zu verringern – von vier auf zwei. Wovon in Gransee mehr benötigt werde: Paten. Klaus Pölitz sagt, warum: „Damit die Sprachkenntnisse der Flüchtlinge verbessert werden.“ Ein Vorbild ist Eiad Al Abdallah. Er hat im Jobcenter eine Arbeit als Sprachvermittler. „Ich möchte auch unbedingt besser Deutsch sprechen lernen.“

Probleme ganz anderer Art haben zwei pakistanische Familien. Sie erhielten Post, dass sie in ihr Heimatland zurück müssen; eine Familie mit drei Kindern, von denen eins hier geboren wurde und eine Frau mit zwei Kindern. Für Ines Richter ist das bitter: „Sie sind bereits gut integriert, was Sprache Wohnungen oder Arbeit angeht.“ Mit einem Rechtsbeistand gehen die Familien gegen die Bescheide vor.

Die Sorgen wurden am Freitag erstmal beiseitegeschoben. „Die Zahl der Teilnehmer übertrifft unsere Erwartungen. Mich erfüllt das mit stolz.“ Ein Extra-Lob zollte er den Iranern, die sich um das Barbecue gekümmert hatten.

Von Stefan Blumberg

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