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„This is a Kreisverkehr“

Verkehrsschulung in Zehdenick „This is a Kreisverkehr“

Eine lebhafte Verkehrsschulung erlebten syrische Flüchtlinge am Dienstag in Zehdenick. Weil der Dolmetscher ausgefallen war, bemühten sich Mitarbeiter der Aqua, mit Händen und Füßen die deutschen Verkehrsregeln zu erklären. Zugleich wurden in der Selbsthilfewerkstatt der Beschäftigungsgesellschaft gespendete Fahrräder aufgearbeitet und an Bedürftige abgegeben.

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Selber schrauben: ähnlich wie in Zehdenick gibt es im Land inzwischen Angebote, die die Mobilität von Asylbewerbern verbessern helfen. So werden in Werkstätten Räder aufbereitet.

Quelle: Christel Köster

Zehdenick. Die Farbe ihres neuen Fahrrads gefällt Alali besonders gut. Der Rahmen ist rosa. Das Mädchen aus Syrien und seine Mutter Fatima gehörten am Mittwoch zu den ersten Besuchern der neuen Selbsthilfewerkstatt in Zehdenick. Beide bekamen dort ein Fahrrad, mit dem sie nun zum Einkaufen fahren oder auch mal eine Tour in die Umgebung unternehmen können. „Vielleicht fahren wir mal nach Templin“, sagte ein syrischer Freund, mit dem Mutter und Tochter gemeinsam in der Gemeinschaftsunterkunft am Wesendorfer Weg leben. Sie sind seit einem Monat in Zehdenick. Ein Fahrrad sei wichtig, betonte er. Es bedeute ein Stück Unabhängigkeit.

Auf dem Gelände Aqua werden Fahrräder für Bedürftige und Asylbewerber aufbereitet. Die meisten Räder wurden gespendet, 26 bis jetzt. Unterstützt wird das Projekt von Fahrradhändler Ralph Riesenberg. Einmal in der Woche hilft er bei der Reparatur der Räder, besorgt Ersatzteile und erklärt den Mitarbeitern und Kunden der Werkstatt, wie die Bremsen und die Speichen sitzen müssen.

Aqua-Chefin Martina Dahlenburg legt Wert darauf, dass die Selbsthilfe bei diesem Angebot im Vordergrund steht. „Ganz umsonst ist das nicht“, sagte sie. Die Räder werden fahrtüchtig und verkehrstauglich abgegeben. Gegen einen Obolus von zehn Euro. Wenn darüber hinaus Reparaturen anfallen, können die Werkstatt und das Know How der Mitarbeiter genutzt werden. „Aber ein bisschen muss auch Jeder selbst tun“, so Dahlenburg. „Wir zeigen, wie Fahrräder repariert werden und was es dafür braucht, so dass die Asylbewerber es später auch selbst machen und sich gegenseitig helfen können.“

Die Spendenbereitschaft der Zehdenicker ist derweil ungebrochen. Nach dem Diebstahl der ersten acht Fahrräder vor wenigen Wochen (MAZ berichtete), hat das Interesse an dem Projekt noch zugenommen. „Wir haben jeden Tag mindestens einen Anruf, weil jemand ein Fahrrad spenden möchte“, so Dahlenburg. Die Idee der Selbsthilfe-Werkstatt wurde in der Arbeitsgruppe geboren, in der sich Vereine und Institutionen regelmäßig unter Führung der Stadtverwaltung zusammensetzen und überlegen, wie eine Willkommenskultur aussehen kann und was es an konkreter Hilfe braucht.

Die technische Ausrüstung ist das Eine, die Verkehrssicherheit das Andere. Weil sich einige der neuen Zehdenicker mit den Verkehrsregeln und dem Lesen der Hinweisschilder schwer tun, bietet die Beschäftigungsgesellschaft jetzt auch Verkehrsschulungen auf der Testbahn der Lindengrundschule an. Aqua-Mitarbeiterin Annelie Meinke mühte sich dort am Dienstag redlich, mit Händen und Füßen deutsche Verkehrsregeln zu erklären. Der Dolmetscher war abgesprungen. „This is a Kreisverkehr“, sagte sie und deutete auf ein Schild. Die Männer und Frauen aus Syrien nickten. Ein Vater fragte gleich, ob er mit seiner Tochter auf dem Gelände auch üben könne. Das Mädchen sei noch etwas unsicher auf dem Rad.

Von Cindy Lüderitz

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