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Gransee Die Vollsperrung ist der „Hammer“
Lokales Oberhavel Gransee Die Vollsperrung ist der „Hammer“
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19:00 29.01.2016
Mit der Brückensperrung am Mühlenfließ geht in Fürstenberg nichts mehr. Quelle: Helmut Vielitz
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Fürstenberg

Die geplante Sperrung der Ortsdurchfahrt Fürstenberg sorgt weiter für Zündstoff. Unternehmer fürchten um ihre Existenz, Anwohner fordern Alternativen. Den Frust der Fürstenberger bekam Hans-Jürgen-Otte, Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenwesen, am Donnerstag bei der Stadtverordneten-Versammlung zu spüren.

Laut Otte gäbe es keine Alternativen zu den geplanten Arbeiten, die voraussichtlich vom 17. Mai bis zum 27. Juni andauern werden, und auch nicht zu der damit verbundenen Vollsperrung des Fürstenberger Nadelöhrs: die Brücke über den Mühlengraben. Ihm sei bewusst, so Otte, dass Einwohner, Gewerbetreibende, Durchreisende und viele Berufspendler während dieser Zeit große Einschränkungen hinnehmen müssten.

Die Ortsdurchfahrt sei laut Otte 1993 neu gebaut worden – 20 Jahre Dauerbelastung machen sich bemerkbar. Eingeteilt in vier Bauabschnitte ist jetzt eine Erneuerung der Deckschicht bis zum Ortsausgang Richtung Neustrelitz und der Bau von Querungshilfen vorgesehen. Aufgrund der erheblichen Schäden wird im selben Zeitraum die Brücke über den Mühlengraben (am sogenannten Müllerinternat) voll gesperrt und saniert. Dort müssen Feuchtigkeitsschäden beseitigt und Beton erneuert werden. In Baustellenbereich seien die bundesweit geltenden Gesetze und örtlichen Gegebenheiten zu beachten. Dazu zählt als eine der wichtigsten die Unfallverhütungsvorschriften, also der Sicherheitsabstand zum ausführenden Mitarbeiter und den eingesetzten Maschinen. Wie aktuelle Erhebungen mit dem Videomesswagen gezeigt hätten, ist die B 96 an dieser Stelle im Vergleich zur gesamten Ortsdurchfahrt mit durchschnittlich etwa sieben Metern besonders eng: nämlich nur 6,50 Meter breit. Bekanntlich wird sie täglich auch von vielen Lkw befahren. Somit kann laut Otte das Bauen an der Brücke am Mühlengraben nur unter Vollsperrung erfolgen.

Laut Bürgermeister Robert Philipp sei die Vollsperrung der Brücke ein „Hammer“. Auf seine Anfrage hin, ob die Brücke am Mühlenfließ nicht zu einer anderen Jahreszeit gebaut werden könne, wie beim Neubau der Schleuse, sagte Otte: „Wir können die Brücke gern zeitlich aus dem Vorhaben herauslösen, dann haben wir später wieder eine Vollsperrung“.

Laut Otte steht das Umleitungskonzept: der bislang gesperrte Weg in der Feldmark wird so hergerichtet, dass die Zufahrt zum Gewerbegebiet (Edeka, Toom- Baumarkt und andere) gesichert ist. Alle Anwohner, die im südlichen Stadtbereich wohnen, können mit ihren Autos ohne Einschränkungen über Menz. Großwoltersdorf und Gransee in Richtung Berlin fahren. Der Verkehr aus Richtung Norden in Richtung Berlin (und umgekehrt) soll über eine offizielle Umleitung von Neustrelitz aus über Wustrau, Rheinsberg und dann nach Gransee umgeleitet werden. Laut Otte bleibe die Straße von Fürstenberg nach Steinförde ein Radweg und sei somit nicht als Umleitung zu nutzen. Dem entgegnete Thomas Burmann (CDU): „Jeder Fürstenberger, der zur Tankstelle, zu Aldi oder zu Edeka will, wird über Steinförde fahren“. Er befürchtet, dass sich die Polizei auf die Lauer legen werde, um Strafzettel zu verteilen. Forstunternehmer Ulf Mösenthin aus Neuthymen sieht sich ob der geplanten Umleitung in existenzielle Nöte gebracht und kündigte an, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das für sich und andere Gewerbetreibende abzuwenden. Täglich bewegen sich die Fahrer seiner 17 großen Lkw (allesamt Vierzig-Tonner) mit ihren Ladungen in Richtung Süden.

Auch Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Friedrich (CDU) und der Steinförder Uwe Kittler forderten für den Zeitraum der Vollsperrung die Öffnung der Straße, die durch die Röblinseesiedlung nach Fürstenberg führt. Kittler wies zudem darauf hin, dass eine Fahrradstraße mit dem Pkw von der rechtlichen Seite her durchaus befahren werden darf und forderte den Bürgermeister zum Handeln auf.

Der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (Linke) spricht von einem „Drama“. Mit der geplanten Vollsperrung sei die Stadt de facto innerstädtisch lahmgelegt. Die Verantwortung dafür trügen das Ministerium für Infrastruktur und der Landesbetrieb Straßenwesen. Petzold fordert nun personelle Konsequenzen.

Von Helmut Vielitz

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