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Gransee Vom schiefen Kirchturm aus
Lokales Oberhavel Gransee Vom schiefen Kirchturm aus
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19:12 18.05.2016
Der Blick vorm Kirchturm. Quelle: Uwe Halling
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Falkenthal

Deine, meine, unsere - wenn es um ihre Störche geht, nehmen es die Falkenthaler mit der Luftlinie und den „Besitzansprüchen“ schon mal ganz genau. Aber bei elf Nestern, die sich über das Dorf verteilen und bis auf wenige Ausnahmen auch besetzt sind, haben fast alle Bewohner etwas von dem alljährlichen Schauspiel. Die Störche sind neben dem leider etwas schiefen Kirchturm zu einem Markenzeichen des Löwenberger Ortsteils geworden. In einem Jahr gab es hier fast so viel Storchennachwuchs wie im großen Storchendorf Linum. Und mit Uwe Rohtermundt haben die Falkenthaler einen ausgewiesenen Vogel-Experten im Dorf. „Mein Antrieb ist es, was für die Störche zu tun“, sagt er.

Das gilt auch für die Kirche, der Rohtermundt genauso verbunden ist. Wer möchte, den begleitet er die vielen Stufen hinauf bis unter den Kaiserstil des Fachwerkturms. Auf einer Etage hängen die Brutkästen, in denen eigentlich Falken und Dohlen wohnen sollten. Noch haben die sich aber nicht eingenistet. Dafür fällt beim Aufstieg eine Taubenfeder ins Auge. Rohtermundt hebt sie auf und sucht sie nach Kampf-Spuren ab. „Möglich, dass sie ein Marder oder ein Greifvogel in die Kirche getragen hat.“

Ein Stockwerk weiter deutet er auf einen ziemlich großen Riss im Mauerwerk. Auch dieser sei Ausdruck dessen, dass der Turm dringend saniert werden müsste. Rohtermundt hofft, dass die Bemühungen der Gemeinde und des Fördervereins irgendwann von Erfolg gekrönt sein werden. Derzeit dämpfen die enormen Kosten die Erwartungen auf eine baldige Rettung. Auf die Frage, was den Turm für ihn besonders macht, sagt Rohtermundt: „Den gibt’s nicht noch mal.“ Dann erzählt er die Geschichte von einem Falkenthaler Soldaten, der nach langer Zeit nach Hause zurückkehrte und kurz vor dem Ziel stehen blieb. Als er vom Liebenberger Berg aus den Falkenthaler Kirchturm erblickte, soll er so ergriffen gewesen sein, dass er sich auf einen Kilometerstein setzen und weinen musste. „Darin drückt sich Heimat aus“, sagt Rohtermundt und nimmt die letzten Stufen bis zur Spitze. Von dort oben erblickt man die ganze grüne Beschaulichkeit und drei Storchennester.

Kaum wieder unten auf dem Kirchhof sind die Störche erneut Thema. Richtig dramatische Szenen, erzählt Iris Grützmacher vom Gemeindekirchenrat, hätten sich zuletzt auf ihrem Nest abgespielt. Von der Terrasse aus konnte sie beobachten, wie sich so genannte Vagabunden – Störche ohne festen Wohnsitz – an das Nest eines Storchenpaares auf ihrem Grundstück heranmachten. Die Tiere seien dabei nicht zimperlich gewesen. „Das ist Natur“, wirft Rohtermundt ein. Oft beobachtet auch er „Störer“, die sich zuweilen zu richtigen Gruppen zusammenschließen.

In diesem Frühjahr haben sich neun Storchenpaare im Dorf niedergelassen, sieben von ihnen brüten. Das sei eine gute Quote und lasse auf einigen Nachwuchs hoffen. Sorgen bereitet dem Storchenbeobachter allerdings die Trockenheit. Pfingsten hätte es richtig regnen müssen. „Wenn die Störche in den nächsten Tagen schlüpfen, und es ist immer noch so trocken, dann wird es eng mit dem Futter“, so Rohtermundt. Das sonst abwechslungsreiche Nahrungsangebot rund um Falkenthal ist ein Grund dafür, warum sich die Störche hier wohlfühlen. „Es gibt noch viel Grünland“, sagt Rohtermundt. Aber auch das werfe wenig ab, wenn der Regen ausbleibt.

Von Cindy Lüderitz

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