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Gransee Von der Straße auf die Bühne
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00:21 11.11.2017
Vertreter der Jugendhilfeeinrichtung „Neustart“, der Stadt und Kirche warben am Dienstag fürs Rockkonzert am Freitag in der Kirche. Quelle: Cindy Lüderitz
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Fürstenberg

Nach Konzerten in Hannover, Stuttgart und Berlin tritt die Band „Büttners Best Choice“ an diesem Freitag ab 18 Uhr in der Stadtkirche Fürstenberg auf. Pfarrer Eckart Altemüller spricht von einem exklusiven Termin und einem besonderen Projekt: In der 2016 gegründeten Band spielen wohnungslose Männer, die mit Rock-, Pop- und Bluesklassikern von Bob Dylan bis zu den Beatles einiges drauf haben. „Dass sie Musik machen und können, zeigt auch, dass man nicht obdachlos geboren wird. Jeder hat seine Vorgeschichte“, so der Pfarrer.

Ideell unterstützt wird das von der Kirchengemeinde und dem evangelischen Johannesstift organisierte Konzert von der Stadt. Als Vorband tritt die Trommelgruppe „Drum Attack“ der Jugendsuchthilfeeinrichtung Neustart in Zootzen auf und spielt anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens ein kleines Jubiläumskonzert. Die dritte CD des Projektes ist in Arbeit, sagte Sozialpädagoge Maik Bzdziuch am Dienstag bei einem Pressetermin. Mehr als 200 Jugendliche haben in den zehn Jahren schon in der Band gespielt – „und keiner war Musiker oder hatte vorher eine Trommel in der Hand“, so der Bandleiter. Ähnlich wie bei „Drum Attack“ geht es auch bei „Büttners Best Choice“ um mehr als um Musik. Proben und Konzerte werden zu einem Inhalt und helfen Selbstvertrauen aufzubauen, um mit der Musik einen Weg zurück in ein anderes Leben zu finden. „Für unsere Jugendlichen sind Konzerte auch eine Bestätigung und Belohnung für die vielen Proben. Das tut ihnen gut“, so Maik Bzdziuch.

Obdachlosigkeit spielt in der Wasserstadt keine Rolle. Sie existiert nicht. Die Kommune hält für Notsituationen Wohnungen bereit, die über den Kowobe vermittelt werden, betonte Bürgermeister Robert Philipp. Vielleicht ein- bis zweimal im Jahr erlebt es Pfarrer Eckhart Altemüller, dass jemand mit seinen sieben Sachen bei ihm vor der Tür steht und nach einer Bleibe fragt. Altemüller hofft, dass die Fürstenberger und Interessierte der Region das Rock-Konzert annehmen werden. „Wir haben Interesse daran, dass die Kirche voll wird. Das ist auch keine kalte Geschichte. In der Pause gibt es Grillwurst und man kann in der Kirche umherlaufen.“ Die musikalische Saison in der Stadtkirche erlebte der Pfarrer bislang als durchwachsen. Im Juli und August füllen sich die Kirchenbänke mit Musikliebhabern fast von allein – was vor allem an den Urlaubern lag. Dafür gab es hochkarätige Veranstaltungen vor kleinem Publikum. „Die Stadtkirche ist eigentlich zu groß für den Ort, aber beliebt bei großen Orchestern. Hier muss man was Spezielles machen, um der Größe gerecht zu werden“, so Altemüller. Solche Konzerte seien aber aufwendig und oft mit hohen Kosten verbunden. Nicht alles könne sich die Kirchengemeinde leisten. Auch dank der Unterstützung der Stadt war das Musikjahr 2017 besonders vielfältig und bekäme mit dem Auftritt der „Best Choices“ nun noch ein Geschenk obendrauf.

Von Cindy Lüderitz

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