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Von kleinen Sorgen und großen Nöten

Bredereiche Von kleinen Sorgen und großen Nöten

Weil die AfD bei der jüngsten Bundestagswahl in Bredereiche kreisweit die meisten Stimmen holte, wollten sich Politiker der CDU im Dorf umhören und von den Einwohnern wissen, wo der Schuh drückt. Beim Stammtisch am Dienstag kamen Sorgen und Nöte der Einwohner auf den Tisch.

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Mit Havel und Mühle hat Bredereiche einiges zu bieten – aber aus der Attraktivität werde zu wenig gemacht, sagen Einwohner.

Quelle: Cindy Lüderitz

Bredereiche. Ein eindeutige Antwort auf das jüngste Wahlergebnis lieferte der CDU-Stammtisch am Dienstag in Bredereiche nicht, wohl aber Hinweise darauf, warum und womit die Menschen hier unzufrieden sind. Das fängt ganz klein mit dem höher werdenden Gras auf öffentlichen Flächen sowie Flickwerk an und reicht bis zum Ärger über die marode L 214, die durch den Ort führt. 20 Einwohner und Bürger der Region waren zum Stammtisch der Christdemokraten ins Gasthaus gekommen. Auf die Frage, warum die AfD bei der Bundestagswahl im Dorf kreisweit die meisten Erststimmen holte, meinte eine ältere Dame: „Sie hören ja, es gibt viel Unzufriedenheit. Aber ich glaube auch, dass es vor allem junge Menschen waren, die so abgestimmt haben. Bei uns älteren gibt es da eine noch größere Hemmschwelle“, sagte die Seniorin. Sie selbst hatte auch zwei, drei Sorgen vorgetragen. Für die älteren Menschen im Dorf werde zu wenig getan. Es fehlten Freizeitangebote und ein Treffpunkt.

Dass es im Dorf mindesten fünf verschiedene Lampentypen und an der Schleuse ein Mosaik aus Geländern gibt, ärgert eine andere Einwohnerin. An dem Durcheinander sei zu erkennen, was dem Ort fehlt: ein durchdachtes Konzept. Das gelte auch für den Tourismus. Bredereiche sei ein so schönes Dorf, aber daraus werde zu wenig gemacht. Dass eine der schönsten Ecken – der Treidelweg – wegen der Eigentumsverhältnisse nicht begehbar sei, war ebenfalls ein Kritikpunkt. Als Geldschneiderei bezeichnete eine Einwohnerin die Dämmaktion an kommunalen Häusern. „Die hätten gar nicht gedämmt werden dürfen, die Feuchtigkeit ist immer noch da“, so die Anwohnerin. Schade sei es um die Mühle, die, wenn nicht endlich etwas passiere, wohl irgendwann zusammenfallen werde. Der Eigentümer habe nach Worten von Ortsvorsteher Gregor Klos einen finanziellen Engpass, weshalb er an dem markanten Gebäude derzeit nichts machen könne. Ihm, so Klos, wäre es auch lieber, dass einer mit Geld und Konzept käme und die Mühle wieder herrichten würde.

Die Menschen, die am Dienstag da waren, brachten zum Ausdruck, dass sie sich von den politischen Ebenen – angefangen bei der Stadtverwaltung bis hin zum Bund – ein Stück weit vergessen und ignoriert fühlen. Dass der Ortsbeirat und mit ihm der Ortsvorsteher so gut wie nichts mehr zu entscheiden hätten, sei ein großes Manko. An diesem Punkt müsse sich definitiv etwas ändern, sagte der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann. Kleinere Kommunen müssten wieder mit mehr Einfluss und auch Finanzen ausgestattet werden. „Keiner weiß besser, was gut ist für Bredereiche als die Menschen im Dorf selbst“, so Wichmann. Großen Raum nahm am Dienstag der Ärger über die L 214 ein, auf deren Sanierung die Menschen seit vielen Jahren warten. Der Kreistagsabgeordnete und Stadtverordnete Olaf Bechert kündigte an, dass die Verhandlungen zwischen Land und Kreis zur Übernahme der Straße noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis führen werden. Zugleich bat er die Bürgerinitiative darum, dran zu bleiben und weiter Druck zu machen. Dass man im Krankenwagen Angst haben müsse, von der Liege zu rutschen, sei einfach nicht mehr hinnehmbar.

Von Cindy Lüderitz

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