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Warnstreik bei Zimk

Zehdenick Warnstreik bei Zimk

Mehr als 200 Beschäftigte der Zimk GmbH in Zehdenick legten am Dienstag für zwei Stunden die Arbeit nieder, um für mehr Lohn zu streiten. Der Standort ist nach Gewerkschaftsangaben einer der wenigen innerhalb des Diehl-Konzern, in dem nicht nach Tarif gezahlt wird. Ein Drittel der Kollegen liege mit dem Verdienst auf Mindestlohnniveau.

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Beschäftigte der Zimk GmbH in Zehdenick legten am Dienstag für zwei Stunden die Arbeit nieder, um für mehr Lohn zu streiten.

Quelle: Uwe Halling

Zehdenick. Trillerpfeifen und rote Westen mit der Aufschrift „Warnstreik“ beherrschten am Dienstag das Bild vor den Werktoren der Zimk GmbH in Zehdenick. Mehr als 200 Mitarbeiter gingen nach Angaben der Organisatoren in den Arbeitsausstand. Die Beschäftigten des zum Diehl-Konzern gehörenden Betriebes fordern deutlich mehr Lohn. Nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs der IG Metall Oranienburg, Bernd Thiele, seien 30 Prozent der Kollegen nur knapp über der Mindestlohngrenze. Obwohl im Drei-Schicht-System und im Akkord gearbeitet werde. Ein erstes Sondierungsgespräch mit der Geschäftsführung in Berlin bliebt laut Thiele ohne Ergebnis. Unternehmensvertreter hätten deutlich gemacht, dass sie die IG Metall nicht als Verhandlungspartner sehen.

Zehdenick sei als einer der wenigen Standorte des Konzerns bisher nicht an den Tarif gebunden, sagte Thiele. Im 50 Kilometer entfernten Werk in Teltow würden die Kollegen für dieselbe Arbeit bis zu 1000 Euro mehr verdienen. Die Differenz zum Flächentarifvertrag der Metallindustrie betrage rund 58 Prozent. Wie der Betriebsratsvorsitzende Andreas Schneider sagte, stritten die Beschäftigten in Zehdenick seit einigen Jahren für eine bessere Bezahlung. Allerdings bislang mit weicheren Mitteln.

Vor drei Jahren sei auf Druck des Betriebsrates das Endgeldsystem organisiert worden, weil es innerhalb des Betriebes deutliche Lohnunterschiede gab. Die vom Unternehmen angebotene Lohnsteigerung um jährlich vier Prozent lehnen Betriebsrat und IG Metall ab. „Da bräuchten wir 40 Jahre, um den Niveauunterschied auszugleichen. Einige Kollegen erreichen mit ihrer Rente nach 40 und mehr Arbeitsjahren kaum mehr als den Hartz-IV-Satz“, so der Betriebsratschef.

Der kaufmännische Leiter des Standortes, Andreas Kaltenbach sagte am Rande des Streiks, der Betrieb habe 2016 zwei Millionen Euro Verlust gemacht. Deutliche Lohnsteigerungen seien vor diesem Hintergrund nicht von heute auf morgen zu realisieren. Bis 2020 wolle man den Tarifvertrag der Kunststoffindustrie erreicht haben und den Lohn der Beschäftigten um rund sechs bis acht Prozent erhöhen. Darin eingerechnet seien mehr Tage Urlaub und Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld.

Laut IG Metall biete der Kunststofftarifvertrag wenige Orientierung – laut Thiele ein Billigvertrag. Der Standort Zehdenick sei wie der Konzern auch der Metall- und Elektroindustrie und dem Tarifvertrag dieser Branche zuzuordnen. „200 der 280 Mitarbeiter in Zehdenick sind zudem Mitglied der IG Metall“, betonte Bernd Thiele. „Und es ist ein Skandal, dass sie über so viele Jahre so weit unter Tarif bezahlt wurden.“ Für den Fall, dass das Unternehmen keine Zugeständnisse macht, kündigte die Gewerkschaft einen weiteren Warnstreik an. Auch zu einem 24-Stunden-Ausstand seien die Kollegen bereit.

Von Cindy Lüderitz

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