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Gransee Wein vom Wentowsee
Lokales Oberhavel Gransee Wein vom Wentowsee
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00:19 16.11.2017
Auf eine gute Ernte: Winzer Michael Umlauf und Sommelier Silke Sojka stoßen mit dem Weißwein vom Wentowsee an. Quelle: Foto: Uwe Halling
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Marienthal

Einen Berg wird man in Marienthal vergeblich suchen – aber Wein wächst dort seit einigen Jahren trotzdem. Und zwar auf dem Acker von Michael Umlauf. In diesem Jahr so viel, dass 400 Flaschen abgefüllt und der Lustwein vom Wentowsee erstmals öffentlich verkostet werden konnte. Vor Weinfreunden aus der Region erzählte Michael Umlauf am Freitag im Gasthaus Alter Hafen, wie er zum Weinbau im Norden kam und wie er den Boden für die Reben bereitet hat.

Seit einem Jahr ist der Friseurmeister im Ruhestand. Halb Berlin kannte zu DDR-Zeiten seinen Laden in der Pasteurstraße, nach der Wende kamen zahlreiche Salons hinzu. Der mehrmalige Meister trainierte die DDR-Nationalmannschaft der Friseure. Nach mehr als 40 Berufsjahren hat er seine Geschäfte verkauft und für die Zeit danach vorgesorgt. Untätig rumsitzen sei seine Sache nicht, erklärt er. Im Weinbau hat er eine schöne Beschäftigung gefunden – wieder eine mit den Händen. Von Mai bis Oktober hat er zwischen seinen Reben gut zu tun: Umpflügen, Gießen, Unkrautjäten, Kontrollgänge, Zwiesprache mit den Pflanzen halten und Vögel verscheuchen. Seit ihm die Amseln in einem Jahr nahezu alle Früchte weggefressen haben, legt er zusätzlich Netze über die Reben. Das diebische Manöver war der Beweis dafür, dass Vögel nicht nur auf die roten Trauben fliegen. Sie gehen auch auf die weißen.

Fachliches Know-how und Anreungen holte sich Michael Umlauf im Weinbau-Verein von Schloss Rattey in Mecklenburg. Sich und seinem Wein hat er Zeit gelassen, um mit der Materie zu reifen. Gut zwei Jahre hat es gebraucht, bis die Reben am Wentowsee die erste Ernte abwarfen. 2009 hatte Umlauf den Boden einer rund 2000 Quadratmeter großen Pferdekoppel geebnet. Ein Jahr später hat er Zäune gesetzt und die Weinfurchen angelegt. Um den Pflanzen den Einstand zu erleichtern, gab es Mutterboden obendrauf. „Das war wichtig, bis die Wurzeln kräftig genug waren. Das Gute an der Region ist ja, dass die Pflanzen hier bei rund sechs Metern im Wasser stehen“, so Umlauf.

Die Sonnenstunden, die Marienthal im Vergleich zu klassischen Weinbauregionen fehlen, gleicht der Oberhavel-Winzer mit Platz aus. „Bei mir stehen die Pflanzen zwei Meter auseinander. So bekommen sie genügend Licht.“

2011 kamen die ersten 500 Rebstöcke in die Erde. Michael Umlauf entschied sich für die robusten Sorten Solaris und Phoenix. Beide seien speziell für die klimatisch noch etwas härteren Bedingungen in Schweden entwickelt worden. Auf Düngung und „anderen Quatsch“ könne er bei diesen Sorten verzichten, weshalb der Lustwein aus Marienthal Bioqualität habe.

Im ersten Jahr gab der Weinstock noch keine Ernte her, dafür gab es 2013 den ersten „Mini-Erlös“ von rund 40 Kilogramm. Macht 40 Flaschen, sagt der Winzer. Einige davon hat er gemeinsam mit Freunden aus der Hotellerie und dem Gastgewerbe verkostet. „Die waren sprachlos“, sagt er. Sein Weiswein ist sehr mild und säurearm und mache Lust auf mehr – deshalb der Name: Lustwein. In den Handel möchte er seine Marke nicht bringen, wohl aber in Gasthäusern der Umgebung anbieten. Gastwirt Stefan Tiepmar ist glücklich über ein weiteres regionales Produkt, zu dem sich irgendwann noch ein Grappa gesellen wird.

Von Cindy Lüderitz

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