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Weniger Wasser im Dorf – mehr in der Natur

Neutornow Weniger Wasser im Dorf – mehr in der Natur

Zwischen Neutornow und Barsdorf hat der Wasserband Uckermark-Havel mehrere verlandete Eiszeit-Becken ausbaggern lassen. Die so genannten Feldsölle führen nun wieder Wasser. Die Feuchtbiotope sollen Lebensraum für Unken und andere Arten werden und zugleich das Regime im Einzugsbereich derart verändern, dass weniger Wasser in die Dörfer fließt.

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Bauabnahme auf dem Acker: Zwischen Neutornow und Barsdorf gibt es wieder Wasser und damit einen Lebensraum für bestimmte Arten.

Quelle: Uwe Halling

Neutornow. Regelmäßig standen Keller, Straßen und Häuser in Neutornow unter Wasser oder bei entsprechender Witterung im Eis. Am tiefsten Punkt in dem Gebiet lief alles zusammen. „Das Dorf ist quasi eine Wanne auf dem Berg“, sagt Landschaftsplaner Hermann Wiesing. Mit der Bauabnahme eines groß angelegten Naturschutzprojektes ringsum das Dorf hofft er genauso wie Fürstenbergs Bürgermeister Robert Philipp, dass die saisonalen Wasserhöchststände im Ortsteil abgeschwächt, womöglich sogar gänzlich behoben werden können. Insgesamt neun so genannte Feldsölle und Schmelzwasserrinnen wurden im Rahmen des Projektes revitalisiert. Dort, wo vorher grüne Wiese und stellenweise noch ein wenig Schilf war, ist jetzt wieder Wasser. Die in der letzten Eiszeit geschaffenen und durch menschliche Einflüsse verlandeten Becken wurden ausgehoben.

Insgesamt 12 000 Kubikmeter Verlandungsmasse wurden innerhalb weniger Wochen ausgebaggert und auf die umliegenden Felder verteilt. Das Wasser steht in den Söllen derzeit bei rund einem Meter. Helfen soll das Wasser und damit das Projekt vor allem dem Artenschutz – insbesondere der seltenen Rotbauchunke hoffen die Beteiligten nunmehr wieder einen adäquaten Lebensraum geschaffen zu haben, was zu einer Erholung der Population führen möge. Die Baumaßnahmen, die mit einer Vielzahl Beteiligter abgestimmt werden mussten, haben rund 210 000 Euro gekostet.

Das Vorhaben wurde zu 100 Prozent aus der EU-Richtlinie zur Förderung des natürlichen Erbes bezahlt. Das Wasserregime in einem rund 600 Hektar großen Einzugsgebiet wurde durch die Maßnahme verändert. Auch alte Drainagen wurden geöffnet beziehungsweise verschlossen. Als Bauträger sprang der Wasser- und Bodenverband Uckermark-Havel mit Sitz in Zabelsdorf ein. „Für uns war das eine reine Naturschutzmaßnahme“, sagte Geschäftsführer Michael Nitschke bei der Abnahme am Freitag. Die neue Chefin des Naturparks Uckermärkische Seen, Heike Wienhöft, freute sich über die Synergien bei diesem Projekt – weil es zeige, dass Naturschutz nicht immer verhindert, sondern möglich macht und das in diesem Falle auch zum Wohle der Einwohner.

Gespeist werden die wiederbelebten Feldsölle einzig durch Wasser, das von außen oder oben kommt. Unterirdische Zuflüsse gibt es nicht. „Es wird in trockenen Jahren sicher auch den Fall geben, dass sie kein Wasser führen“, erklärte Hermann Wiesing. Auf die Arten ringsum hätte das aber keinen Einfluss: „Die sind darauf eingestellt“. Dass der Bodenverband auf den Äckern die Bagger in einem engen Zeitfenster zwischen Ernte und Aussaat rollen lassen konnte, sei vor allem auch den Flächeneigentümern zu danken, betonte Michael Nitschke. Auch die Bauern profitierten letztlich von dem neuen Wasserregime – die Vernässung der Flächen werde dadurch verringert. Vier Jahre Vorlauf hat es trotz der guten Abstimmung gedauert, bis aus der Projektidee Realität wurde.

Von Cindy Lüderitz

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