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Wenn aus Rentnern Unruheständler werden

In Neuglobsow verschönern Senioren den Ort Wenn aus Rentnern Unruheständler werden

Das gibt’s nicht aller Tage: Männer im Rentenalter schwingen sich einmal im Monat auf und schaffen da Ordnung, wo es im Dort Not tut. Und das ganz ehrenamtlich und mit viel Freude.

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dDas jüngste Projekt der Subbotniktruppe: Die Gebäude am Parkplatz mit einer Lasur aufhübschen.

Quelle: FOTO: UWE HALLING

Neuglobsow. „Wir wollen hier doch nicht vor Langeweile sterben!“ Wolfgang Schmolke haut diesen Spruch raus, der gleichnamige Erfinder der „Rentnerband“ von Neuglobsow. Es gibt viele Bezeichnungen für die Arbeitsbrigade im Ortsteil Stechlin. Wie man sie auch nennt, eines ist ihnen gewiss: Sie packen zu.

Im vergangenen Jahr wurde die Idee geboren, dass die Herren im gehobenen Alter doch regelmäßig etwas fürs Dorf tun könnten. Im Januar gab es den ersten Treff unter freiem Himmel; und seitdem jeden ersten Dienstag im Monat. Bei ihrem Debüt Anfang des Jahres bauten die Herren einen alten Zaun am Parkplatz am Ortseingang ab. „Wir treffen uns immer um 10 Uhr und ziehen dann zwei Stunden lang durch. Länger nicht. Wenn die Zeit herum ist, lassen wir die Arbeitsgeräte fallen“, sagt Wolfgang Schmolke. „Danach trinken wir noch eine Flasche Bier.“ Einer gab zum Getränk ein Mettbrötchen aus, ein anderes Mal wurde der Grill angeschmissen. „Wenn wir uns treffen, ist das eine ganz relaxte Sache. Wir wollen ja nicht, dass sich hier einer kaputt macht oder mit Schmerzen nach Hause geht“, so der „Brigadier“.

Reimund Swienty zog vor ein paar Jahren aus Düsseldorf nach Neuglobsow. Sein Antrieb, mit Hand anzulegen, ist der: „Ich bin im Heimatverein und im Angelverein. Jetzt mache ich hier mit – es geht doch um den Zusammenhalt.“ Weil seine Mitstreiter zugleich etwas für die Verschönerung des Dorfes beitragen, „sind diese Treffs doch was Gutes“. Ähnlich liegt der Ansporn bei Günter Wiederschein, der vor drei Jahren aus Berlin nach Neuglobsow übersiedelte. „Auf diese Weise lernt man viele Leute kennen und kann Kontakte schließen. Ich finde es super.“ Es ist überhaupt nicht gesagt, dass es handwerkliche Vorkenntnisse geben muss. „Jeder hat doch ein Haus mit Grundstück. Schon deshalb weiß jeder, was zu tun ist“, sagt Wolfgang Schmolke. Günter Wiederschein kommt auch nicht aus der Handwerker-Ecke, „aber jeder kann doch trotzdem etwas tun“.  Für ihn war der Arbeitseinsatz im  Mai – den Gebäuden am großen Parkplatz wurde frische Farbe verpasst – gleich ein gutes Training: „Ich habe ein Holzhaus, dass muss ich jetzt streichen.“

Als die Senioren im Januar das erste Mal zusammenstanden, wurden acht Name ins Protokoll geschrieben. Insgesamt gehören inzwischen zwölf Mitstreiter dazu. „Das sind alles gestandene Mannsbilder, jeder weiß, was zu tun ist“, so Wolfgang Schmolke, der zugleich im Ortsbeirat sitzt. Er lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Amtswirtschaftshof (AWH). Alle Absprachen geschehen im Einvernehmen, bestimmte Arbeiten (schreddern) übernimmt der AWH, der durch die Arbeit der Senioren zugleich entlastet wird.

Sie stürzten sich deshalb auf den Parkplatz, „weil der am Ortseingang liegt. Das ist doch für die Gäste unseres Ortes der ersten ’Guck’“, wie es Wolfgang Schmolke formuliert. Weil sich die Menschen in der Region immer mit „Taschön“ begrüßen, schwebt ihm vor, diesen Schriftzug an das höhere der beiden Gebäude am Parkplatz anzubringen. Wieder eine Aufgabe für die Herren im Unruhestand.

Von Stefan Blumberg

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