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„Wenn es hier auch einen Pfennig mehr kostet“

Zehdenick „Wenn es hier auch einen Pfennig mehr kostet“

Zweimal in der Woche rollen Händler ihre mobilen Theken und Ladentische vor das Rathaus in Zehdenick. Einige schon seit 20 und mehr Jahren. Auch wenn es nicht immer in der Kasse klingelt, der Havelstadt halten die meisten die Treue.

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Burkhard Rücker hat „tausend Dinge“ im Angebot – Schnüre, Batterien, Bürsten, Wimpel.

Quelle: Cindy Lüderitz

Zehdenick. Malinda Saingh gehört zu den dienstältesten Händlern auf dem Zehdenicker Wochenmarkt. Seit mehr als 20 Jahren verkauft er dort schon Blusen, Hosen, Pullover, Kleider. Er hat in dieser Zeit alles erlebt, von richtig guten Verkaufstagen über die schlimmste Kältewelle bis hin zur Langeweile mangels Kundschaft. Die Geschäfte liefen auch nicht mehr ganz so gut wie noch kurz nach der Wende, als sich viele Kunden bei ihm eingekleidet haben. Seit vier, fünf Jahren sei ein bisschen der Wurm drin. Aber Malinda Saingh hat in der Havelstadt nach wie vor Stammkunden, die regelmäßig an seinem Stand „schmökern“.

Malinda Saingh verkauft seit mehr als 20 Jahren in Zehdenick Kleidung

Malinda Saingh verkauft seit mehr als 20 Jahren in Zehdenick Kleidung.

Quelle: Cindy Lüderitz

Wenn wirklich Leerlauf ist, wie am Dienstag kurz vor 12 Uhr, dann setzt sich Malinda zu seinem Marktkumpel Burkhard Rücker. Auch der Händler aus dem Barnim kommt schon 20 Jahre lang Woche für Woche mit seinem Sortiment der „tausend Dinge“ nach Zehdenick. Außer im Winter. Kalte Finger und Füße, sagt er, müsse er als Rentner nicht mehr haben. Dann mottet er seinen Wagen ein und macht solange Pause, bis die Sonne wieder etwas höher steht. Einen Brandenburg-Wimpel und Batterien hat er gestern verkauft. Manchmal kommen auch Touristen, die eine Kleinigkeit für ihre Reise bei ihm finden. Dienstags geht es aber generell geruhsamer zu auf der kleinen Marktmeile. Donnerstags werden eher Geschäfte gemacht.

Christel Krumbein ist seit gut zehn Jahren die Marktchefin. Früher hat sie selbst Obst und Gemüse verkauft. Das noch zu Zeiten, als der Markt auf dem Adolf-Mann-Platz an der Havel stand. „Dort lief es nicht so gut. Da war manchmal der Hund erfroren. Gerade für die ältere Kundschaft, von der wir hier leben, war der Weg einfach zu weit“, sagt Krumbein.

Christel Krumbein ist Ansprechpartnerin für Händler und Kunden

Christel Krumbein ist Ansprechpartnerin für Händler und Kunden.

Quelle: Cindy Lüderitz

Vor dem Rathaus, wo der Wochenmarkt seit einigen Jahren seinen festen Stand hat, schlenderten doch mehr Leute vorbei und guckten in die Auslade. Gerda Wieliczek beispielsweise findet immer eine Kleinigkeit. Sie wohnt „um die Ecke“ und kommt jede Woche. „Wenn es hier auch einen Pfennig mehr kostet als im Laden, ich kaufe gerne auf dem Markt ein. Die Händler wollen ja schließlich auch von etwas leben“, sagt die Zehdenickerin, die diesmal auch ein Glas Honig von Imker Klaus Schulz mitnimmt. „Da weiß ich wenigstens was drin ist“. Darum geht es auch Kundin Karin, die am Wagen der Fleischerei Müller ein paar Scheiben Aufschnitt für die Woche aussucht. „Ich kaufe gerne regional. Das ist noch Handarbeit und ich kann fragen, wo es herkommt oder wie es gemacht ist“, betont sie und schwatzt kurz mit Verkäuferin Britta Rode. Man kennt sich.

Die Zehdenicker Markthändler sind dem Standort ziemlich treu. Die meisten haben hier schon Dienst-Jubiläum gefeiert. Zwischen 15 und 21 Euro Standmiete müssen sie für den Quadratmeter zahlen. Damit liegt die Havelstadt im guten Mittelfeld. Andernorts sei es deutlich teurer, sagt Christel Krumbein. So oft komme es auch nicht vor, dass sich neue Händler anmelden. Dass gerade jetzt ein Obst-und Gemüsehändler aus Polen sowie ein Blumenverkäufer hinzugekommen sind, sei eher die Ausnahme. Das Angebot variiert. Eigentlich sei alles da, was man von einem Wochenmarkt erwartet, so Christel Krumbein. Mancher Kunde wünscht sich dagegen noch ein wenig mehr Auswahl – gerade für Sachen, die es in den Geschäften der Innenstadt nicht gibt. Ursula Krause schiebt ihr Fahrrad an den Ständen vorbei und lässt den Blick über die Produkte schweifen. „Ich bin schon etwas älter und brauche nicht mehr allzu viel. Aber wenn mir nach etwas ist, kaufe ich hier ein“, sagt die Seniorin. Manchmal sei der Markttag auch einfach nur dazu da, mit anderen zu plaudern.

Von Cindy Lüderitz

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