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Anbaden mit Zipfelmütze

Weihnachtsschwimmen in Zehdenick Anbaden mit Zipfelmütze

Seit 20 Jahren gehen die Winterbader des Lupus-Teams an Weihnachten schwimmen und hunderte Menschen schauen ihnen dabei zu. Das Winterschwimmen der Läufer ist eine Institution und ein Publikumsmagnet.

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Anbaden im Grünstich: Weihnachtsschwimmen bei Frühlingstemperaturen.

Quelle: Uwe Halling

Zehdenick. Das waren noch Zeiten, als die Eisblöcke mit der Axt aus dem Grünstich gehackt werden mussten, um bei minus 20 Grad Winterluft in den kalten Stadtsee zu springen und dort die Fahne des Lupus-Teams hochzuhalten. Die wird in Zehdenick seit 20 Jahren immer am zweiten Weihnachtsfeiertag geschwenkt, wenn alle Winterschwimmer der Laufgruppe im Wasser sind. Und jedes Jahr applaudieren hunderte Zuschauer den zähen Frauen und Männern vom Ufer aus. Circa 300 waren zum Jubiläums-Plansch am vergangenen Sonnabend gekommen. Das Lupus-Team war zur Feier des Tages und nach zwei Jahren auswärts am Havel-Kanal wieder an den Ursprungsort zurückgekehrt. „Hier am Grünstich hat alles angefangen“, erinnerte Vereinschefin Gabriela Tiegel. Sieben, acht Leute hatten sich 1995 aus einer Laune heraus zum Winterschwimmen an Weihnachten verabredet. Zum Aufwärmen drehten sie damals und das halten sie bis heute, eine lockere Runde im Laufschritt. In einem Wohnwagen, den sie mit ans Wasser genommen hatten, wurde hinterher Glühwein getrunken, um nach dem Eisbad wieder warm zu werden. „Dass das mal so groß wird, hätten wir nicht gedacht“, sagte Rainer Tiegel, Läufer der ersten Stunde. Ein paar Zuschauer hatte das furchtlose Team im ersten Jahr. Aber die hatten Spaß und erzählten weiterer, was sie gesehen hatten. Im Jahr darauf kamen noch mehr Zuschauer und im nächsten noch mehr. Seither ist das Winterbaden eine Zehdenicker Institution und ein Publikumsmagnet.

„Die schönsten Erinnerungen habe ich an 2003 und 2010. Das waren richtig knackige Winter. Da standen 400 Leute um das Eisloch und feierten mit uns“, so Rainer Tiegel. Der 55-Jährige schreckt vor kaltem Wasser nicht zurück. Auch nicht davor, sich vor so vielen Leuten nackig zu machen. „Das gehört einfach dazu. Das macht mir nichts. Wenn wir angelaufen kommen, habe ich sowieso einen Tunnelblick. Ich sehe die meisten Leute gar nicht“, so Tiegel. Seit fast 40 Jahren macht er Sport und hat bald genug Kilometer zurückgelegt, dass es für eine Weltumrundung reicht – jedes Jahr zwischen 1500 und 2000 Kilometer. Nur beim Winterbaden, da ist das Laufen zweitrangig. „Da geht es um den Moment, wenn es kalt wird.“

Im Vergleich zu seinen Winterimpressionen war das Abtauchen 2015 eher ein Anbaden. Wenngleich Sonnenschein und Frühlingsluft darüber hinwegtäuschten, dass das Wasser mit fünf Grad ziemlich frisch war. „Mir kam es auch kälter vor. Der Wind war unangenehm“, sagte Gisela Wendorf. Seit 15 Jahren geht die 77-Jährige schwimmen und lebt gut damit. „Eine Erkältung hatte ich schon lange nicht mehr. Anders als mein Mann.“

Auch Gabriela Tiegel geht lieber bei Minusgraden, Sonnenschein und Windstille in Wasser. „Das wäre ideal“, so die Chefin, die sich bei den vielen Partnern und Sponsoren des Lupus-Teams für die langjährige Unterstützung bedankte. „Wir sind 21 Mitglieder, wir allein könnten das hier nicht auf die Beine stellen“. Die Schützen fahren für ein freundschaftliches Donnerwetter stets ihre Kanone „Marie Luise“ ans Wasser, die Feuerwehr sichert jedes Jahr die Schwimmbahn sowie den Uferbereich ab und die Kameraden schenken auch Glühwein aus.

Von Cindy Lüderitz

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