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Gransee Ringelnatz-Plauderei im Klatschcafé
Lokales Oberhavel Gransee Ringelnatz-Plauderei im Klatschcafé
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18:16 12.03.2019
Wie immer gut besucht – das Klatschcafé der Bibliothek Gransee. Wolf Butter war dort zum vierten Mal zu Gast. Quelle: Martina Burghardt
Gransee

 Mal liebenswürdig unverschämt, mal frech, auch überraschend, aber vor allem lesens- und hörenswert – so sind die Verse von Joachim Ringelnatz. Einige von ihnen machte Wolf Butter den Gästen des Klatschcafés in der Bibliothek Gransee am Montag zum Geschenk, nachträglich zum Frauentag. Es war sein vierter Besuch in dieser Runde.

Wolf Butter beim Klatschcafé in Gransee. Quelle: Martina Burghardt

„Gnädige Frau, bitte trösten Sie mich…“, hat Wolf Butter sein Programm betitelt, das er landauf, landab präsentiert. Eine Stunde lang trug er Gedichte vor, plauderte über die sogenannten wilden Zwanzigerjahre, gab sein Wissen über den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler weiter.

Wolf Butter stammt aus Sachsen und lebt in Grünheide. Er ist Komponist, schrieb unter anderem Film- und Hörspielmusiken, er arbeitete als Bühnenmusiker, führte Regie, hatte Engagements als Schauspieler an der Berliner Volksbühne und am Berliner Ensemble, trat im Kabarett „Die Stachelschweine“ auf, hatte Lehraufträge unter anderem an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst BuschBerlin in Berlin. Vor zwölf Jahren beschäftigte sich Wolf Butter erstmals intensiv mit Wilhelm Busch. Kästner, Tucholsky und Ringelnatz kamen später hinzu.

Literarische Kabarett vom Aussterben bedroht

Wolf Butter hat sich nicht ohne Grund gerade auf diese vier eingelassen. „Das klassische literarische Kabarett ist vom Aussterben bedroht“, erklärt er seine Motivation, seine Erfahrung auf diesem Gebiet weiterhin zu nutzen und andere daran teilhaben zu lassen.

In seinen Programmen mischt er Biografisches und Zeitgeschichte mit Lyrik, Klatsch und Tratsch sowie Anekdoten aus seinem eigenen Erleben. In der Ringelnatz-Plauderei überwiegen zwar die heiteren Töne. Doch der Dichter war natürlich auch Kind seiner Zeit. Das „sündige Berlin“ hatte seine Schattenseiten: Inflation und Armut, Kriegsfolgen und Krankheiten.

Viel blieb nicht vom Erlös der Bilder

Ringelnatz konnte nicht mit Geld umgehen“, berichtete Wolf Butter seinen Zuhörern in Gransee. Die Versteigerung seiner Aquarelle brachte ihm 64 Millionen Reichsmark ein. „Er hat erst mal gefeiert, statt seine Miete im Voraus zu bezahlen“, so Wolf Butter. Bekleidung und eine Kiste Rotwein, viel mehr blieb wohl nicht übrig.

Aber Galgenhumor. „Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras“, dieser nicht ganz unbekannte Spruch stammt von Joachim Ringelnatz, was viele, die ihn weitersagen, vielleicht gar nicht wissen. Die Klatschcafé-Besucher sind somit bei einem vergnüglichen Nachmittag garantiert schlauer geworden.

Von Martina Burghardt

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