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Zehdenick empfängt die Kavallerie

Stadtgefecht zur 800-Jahrfeier Zehdenick empfängt die Kavallerie

Die Vorhut der napoleonischen Truppen wird am Montag in Zehdenick erwartet. Kundschafter wollen auf dem Karl-Liebknecht-Platz ein Lager für das große Stadtgefecht anlässlich der 800-Jahrfeier im Juni vermessen.

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Stefan und Jonas Hückler in historischem Kostüm.

Quelle: Kristiane Spitz

Zehdenick. Bevor 1806 Napoleon seine Französischen Truppen in Zehdenick einmarschieren ließ, schickte er sogenannte „Quartiermacher“ als Vorhut in die zu erobernde Stadt. Und so wollen es die Ausrichter des historischen Stadtgefechtes in Zehdenick anlässlich der 800-Jahr-Feier in diesem Sommer ebenfalls handhaben. Am kommenden Montag werden in Anwesenheit von Bürgermeister Arno Dahlenburg die Historienwanderer Stefan und Jonas Hückler sowie fünf Schüler der Exin-Oberschule in Uniform und hoch zu Pferde das Feld- beziehungsweise Nachtlager der Französischen und Preußischen Soldaten auf dem Karl-Liebknecht-Platz mit Fernglas sowie Requisiten der damaligen Zeit begutachten, vermessen und planen.

Sie sind die Vorhut für den historischen Aufmarsch zum großen Festwochenende vom 24. bis 26. Juni in der Havelstadt. Historiendarsteller aus ganz Deutschland werden dann das Zehdenicker Stadtbild szenisch beleben und sind nur eine von zahlreichen Facetten dieses dreitägigen Events.

Am 26. Oktober 1806 war General Lasalles leichte Kavallerie an der Havelbrücke von Zehdenick mit Teilen der Nachhut der bereits abziehenden Abteilungen des General Schimmelpfennig ins Gefecht geraten. Unter dem Kommando des Obersten von Ziethen vom Regiment Königin wurden Brücke und Stadt anfangs zurückerobert und dann wieder verloren. Und auch dieses Gefecht zwischen Dammhastbrücke und Markt werden die Historiendarsteller so geschichtsgetreu wie nur möglich am Festwochenende an eben diesen historischen Orten umsetzen. Einwohner und Gäste der Stadt werden an drei Tagen Gelegenheit haben, das Lagerleben, wie es vor 210 Jahren war, mitzuerleben. Im Biwak wird gemeinsam gekocht und dort werden sich die „Soldaten“ von den Gefechten in der Stadt erholen.

Mit Stefan und Jonas Hückler hat sich die Stadt mit erfahrenen Freizeithistorikern verbündet, die sich insbesondre für die napoleonische Epoche interessieren. Vater und Sohn haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und bieten in Berlin und Brandenburg historische Führungen an – barrierefrei. Daneben reisen sie seit Jahren quer durch Europa, um an historischen Schlachten teilzunehmen. Sie waren dabei, als vor drei Jahren mit 7000 Darstellern die große Völkerschlacht in Leipzig nachgestellt worden war. In Tschechien erlebten sie 2005 die Schlacht bei Austerlitz – erstmals als Darsteller. Sohn Jonas kommt dabei die Rolle des Gardeartelleristen zu, Vater Stefan verkörpert einen französischer Chasseur zu Pferd.

Von Simone Brackrog

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