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Das Dorf als Großfamilie

Zehdenicker Einwohnerstatistik Das Dorf als Großfamilie

Zehdenick legt in der Bevölkerungsstatistik zwar insgesamt zu, in einigen Ortsteilen der Havelstadt fehlt es aber an Nachwuchs. In Zabelsdorf und Burgwall wurde 2015 kein einziges Kind geboren. Dafür ist in Krewelin niemand gestorben.

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Zum Bevölkerungsplus in Zehdenick trugen 2015 auch die Asylbewerberfamilien mit Kindern bei.

Quelle: Cindy Lüderitz

Zehdenick. Mit der roten Laterne kann Tino Kubaty eigentlich gut leben. Als Chef des kleinsten Zehdenicker Ortsteils muss er das auch. Trotzdem schmerzt ihn der neuerliche Einwohnerschwund. „Bei uns fällt immer deutlich ins Gewicht, wenn wir Einwohner verlieren“, erklärt der Revierförster. Zehn waren es nach der Statistik im vergangenen Jahr. Im Dorf an der B 109 leben nunmehr noch 79 Menschen. „Es ist alles sehr familiär bei uns“, kommentiert der Ortsvorsteher die Zahl.

Verloren haben 2015 auch andere Ortsteile. In der Zehdenicker Gesamtbilanz wird das Minus aber aufgefangen. Zum Stichtag im Dezember lebten 13676 Menschen in der Großgemeinde – gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 141. Wobei insbesondere der Zuzug von Asylbewerbern der Stadt einen positiven Saldo bescherte. 181 Menschen mit Migrationshintergrund leben in der Havelstadt. Die Zahl der Sterbefälle (186) liegt deutlich über der der Geburten (101). Badingen ist der Ortsteil mit der größten Fluktuation. Die spielt sich traditionell vorwiegend im Wohngebiet Osterne ab. Unterm Strich verlor das Dorf 16 Einwohner, bleibt mit 632 Bewohnern aber der zweitgrößte Ortsteil hinter dem Großdorf Mildenberg, das weiter wächst. Zum Jahresende lebten dort 707 Menschen (ein Plus von sieben). Acht Kinder wurden 2015 dort geboren. Den größten Schwund hat Zabelsdorf zu verkraften: minus 14. Ortsvorsteher Emil Beuth sagt, er sei verwundert. „Erklären kann ich mir das nicht. Ich weiß nicht, woran es liegt. Es lebt sich eigentlich gut bei uns.“ Neben vielen Wegzügen fällt im Wentowsee-Dorf auch die nicht vorhandene Geburtenrate ins Gewicht. 2015 kam dort kein einziges Kind zur Welt. Dieses Schicksal teilen die Zabelsdorfer mit den Burgwallern. Auch dort fehlt es offenbar an jungen Familien mit Kinderwunsch. Ortsvorsteher Ernst Kunter bedauert das. „Wäre schon schön, wenn wir Zuwachs hätten. Aber das können wir kaum beeinflussen“, sagt er. 238 Einwohner zählt das Haveldorf aktuell – früher waren es im Schnitt 250. Dafür werden nicht nur die Burgwaller immer älter. Allein fünf Einwohnern möchte Ernst Kunter in diesem Jahr zum 80. Geburtstag gratulieren, drei weitere steuern auf den 85. zu und eine Bürgerin rundet auf 90 auf. Bedauerlich findet Ernst Kunter, dass selbst die Ortsvorsteher nur einmal im Jahr erfahren, wie sich Zu- und Wegzüge in ihrem Dorf entwickeln. „Manchmal erfahre ich erst beim Blick in die Statistik, dass wir neue Mitbewohner haben. Das ist schade. Ich würde die Bürger, die hier leben, schon gerne kennen.“ Auf einer Position steht auch bei den Krewelinern ein Null: 2015 hat es im Dorf keinen einzigen Sterbefall gegeben.

Von Cindy Lüderitz

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