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Gransee Zurück in die Kindheit
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16:21 17.07.2017
Anreise mit der historischen Kutsche: die Hoppenrader auf Besichtigungstour im Schloss. Quelle: Cindy Lüderitz
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Hoppenrade

In die schöne Buche am Weiher hinterm Schloss hat Georg Schulz als kleiner Junge seine Initialen geritzt – GS. Sie sind noch Jahrzehnte später zu erkennen. Zum ersten Mal seit der Wende hat der 1949 geborene Hoppenrader das Haus seiner Kindheit wieder betreten. „Das halbe Dorf hat damals hier gelebt“, erinnert sich Schulz, der heute in Potsdam wohnt. Im Rahmen der 750-Jahrfeier hatten die Bewohner und ihre Gäste am Samstag Gelegenheit, die Räume im Erdgeschoss zu besichtigen. Mit der historischen Kutsche ging es vom Festplatz aus standesgemäß einmal durchs Dorf, die Rüsterallee entlang und direkt in den Ehrenhof des Schlosses. Hätte Ortsvorsteherin Jeannette Hillmann im November schon geahnt, welchen Andrang es zu diesem Höhepunkt geben wird, hätte sie zwei Kutschen bei Frank Winkler bestellt. So mussten einige zu Fuß gehen, was mit dem historischen Dorfrundgang aber auch ein Vergnügen war. An verschiedenen Stellen im Dorf haben die Hoppenrader vergrößerte Postkarten aufgehängt, die historische Dorf-Ansichten zeigen.

„Wir sind überwältigt von der Resonanz“, sagte die Ortsvorsteherin. Schon der Freitagabend des Festwochenendes sei ein voller Erfolg gewesen, die Gäste hielten bei Musik lange aus. Am Samstag bevölkerten schließlich viermal so viele Menschen den Festplatz wie Hoppenrade Einwohner hat – rund 162. Genauso viele waren es übrigens bei einer Volkszählung am 1. Dezember 1875. In 21 Schnitterkasernen rund um das Schloss lebten die Menschen damals. Heute sind es mehr als 60 Häuser. Jeanette Hillmann hat sie gezählt. Das Schloss mag heute nicht mehr das alleinige Zentrum des Dorfes sein, „aber es ist immer noch unser Schloss. Damit identifizieren wir uns“, so Hillmann. Der gute Kontakt zu den neuen Besitzern machte es am Samstag möglich, einen Blick hinein zu werfen. So mancher Besucher kam sich vor wie beim Tag des offenen Schlosses im Gästehaus der Bundesregierung. Für Georg Schulz und seine Schwester war die Führung ein bewegender Moment. Beide hatten noch vor Augen, wie die Jungs damals die große Treppe auf dem Geländer heruntergerutscht sind, wie sie durch die Zimmer tobten und vor allem die Parkanlage durchstreiften. Das können Besucher heute noch tun – dieser Teil ist weiterhin zugänglich. Die Privatsphäre beginnt in der oberen Etage, die am Samstag auch privat blieb. Aus dem Augenwinkel aber konnte Georg Schulz die Tür zu seinem früheren Zimmer sehen.

Von Cindy Lüderitz

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