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Oberhavel Granseer Bürgerbusverein kämpft ums Überleben
Lokales Oberhavel Granseer Bürgerbusverein kämpft ums Überleben
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07:37 23.08.2014
Christel Bartels (l.) im Gespräch mit der zukünftigen Bürgerbusfahrerin Branka Wölle. Quelle: Cindy Lüderitz
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Gransee

Bei den Oberhaveler Verkehrsgesprächen, die am Freitag im Ziegeleipark Mildenberg stattfanden, diskutierten Experten über die Herausforderungen des Nahverkehrs 2019, über steigende Fahrgastzahlen, unsichere Finanzen und neue Mobilitätskonzepte. In einigen Regionen, so die Befürchtungen der Initiatoren, könnte das Nahverkehrsangebot in fünf Jahren weiter ausgedünnt werden. Das träfe den ländlichen Raum, zu dem Oberhavels Norden gehört, in besonderer Weise.

Als der Bürgerbus 2005 an den Start ging, wurde das Modell landesweit als Vorzeigeprojekt gefeiert – Bürger fahren für Bürger. Von der Idee ist Vereinschef Rüdiger Ungewiß nach wie vor überzeugt. Auch wenn das Ringen um Gelder und die Sorgen um den Forstbestand in den vergangenen Jahren viel Unmut kosteten.

So dramatisch wie derzeit sei die Situation aber nie gewesen. Ungewiß sorgt sich ernsthaft, ob der Verein den Betrieb auf der Strecke noch lange aufrechterhalten kann. Fünf langjährige Fahrer scheiden bis März 2015 aus privaten oder gesundheitlichen Gründen aus. Findet der Verein bis dahin keine Nachfolger, „müssen wir abmelden“, sagt Ungewiß. Mit fünf Fahrern, die dann noch übrig blieben, ließe sich der Betrieb an fünf Tagen die Woche nicht absichern. „Wir brauchen mindestens zwölf, eigentlich 20 Fahrer, damit es glatt läuft“.

Umso mehr freut sich Ungewiß über das Engagement von Branka Wölle. Die 51-Jährige ist ganz neu im Team und ganz neu in der Region. Im Juni zog die frühere Berlinerin nach Schulzendorf und bemerkte eigentlich erst in den Tagen danach, wie schwer es ist, vom Dorf wegzukommen, wenn man kein Auto hat. „Dass hier so wenige Busse verkehren, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Ich habe die Bushaltestelle im Dorf gesehen und dachte, das wird schon irgendwie gehen“, sagt Wölle. In den Ferien wird Schulzendorf aber nur noch vom Bürgerbus angesteuert, unter der Woche fährt der Schulbus morgens hin und nachmittags zurück. Weil sie den Bürgerbus inzwischen selbst nutzt und die Idee so gut findet, entschied sich Wölle, selbst Fahrer zu werden. Den P-Schein hat sie schon in der Tasche und auch die ersten Touren mit Begleitung erfahrener Kollegen hinter sich.

1000 Stunden am Steuer

Vier Touren sichert der Bürgerbus auf der Ringlinie 835 (Gransee, Rönnebeck, Meseberg) täglich ab – drei am Vormittag, eine am Nachmittag.
Eine Runde misst 36 Kilometer und dauert etwa eine Stunde. 24 Haltestellen werden angefahren.
Rund 50.000 Kilometer legt der Bus jedes Jahr zurück – rund 1000 Stunden sitzen die Fahrer hinterm Steuer.
Seine Jungfernfahrt absolvierte der Bürgerbus am 4. April 2005.

Margarete Arndt aus Meseberg möchte gar nicht daran denken, dass der Bürgerbus einmal nicht mehr fährt. Mehrmals im Monat nutzt die 74-Jährige den bequemen Mehrsitzer, um in Gransee Besorgungen zu machen. Christel Barthels sagt, ihr würde ohne Bürgerbus was fehlen. Die Seniorin aus Rönnebeck schätzt neben dem Service besonders den Kontakt zu anderen Fahrgästen und das gute Verhältnis zu den Busfahrern. „Die wissen alles über uns, der eine hat Rheuma, der andere mit den Zähnen“, sagt Bartels.

Von Cindy Lüderitz

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