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Große Verluste befürchtet

Neuholland Große Verluste befürchtet

Der Kartoffelbauer Christoph Plass ist Landwirt in neunter Generation. Kommt aus Niedersachsen und hat solch ein Wetter wohl auch noch nicht erlebt. Hundert Hektar seiner Kartoffelacker sind abgesoffen. das bedeutet große Verluste für den Familienbetrieb.

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Das wird keine gute Ernte. Christoph Plass lässt Björn Lüttmann und Benjamin Grimm (v. r.) an seinen Knollen riechen. Mufflig riechen sie.

Neuholland. Normalerweise freut sich Christoph Plass über Regen. Seine Kartoffeln, angebaut auf 2000 Hektar rund um seinen Hof an der Straße am Stausee, werden zu 100 Prozent bewässert. Doch dieses Jahr sieht Plass große Verluste auf sich zukommen. „Hundert Hektar Kartoffeln stehen komplett unter Wasser“, sagt er.

Dem sechsjährigen Jakob gefällt es sehr gut auf dem Hof

Dem sechsjährigen Jakob gefällt es sehr gut auf dem Hof.

Quelle: Enrico Kugler

Am Montag ist er mit der Rodemaschine im Feld abgesoffen. Was am Dienstag vom Acker kam, riecht jetzt schon muffig. Nicht nur faule Kartoffeln, sondern Totalverluste hat Plass zu beklagen. Dabei vermarktet er seine Kartoffeln weltweit, 10 000 Tonnen. Aus seinen Knollen werden Pommes, Klöße und Kartoffelchips hergestellt. Vor 20 Jahren kam er nach Neuholland, im Jahr 2000 baute er die erste Kartoffelhalle, vor zwei Jahren die zweite. Im letzten Jahr wurde das Drei-Familienhaus hochgezogen, wo er mit Ehefrau Ilona, den Kindern Jakob (6), Charlotte (10), Josephine (4) und seinen Eltern lebt. Wir sind ein reiner Familienbetrieb“, sagt Plass. Obwohl er zehn Mitarbeiter und Saisonkräfte beschäftigt. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist sehr schwer, Plass arbeitet mit Hightech, seine Maschinen haben Satellitenlenksysteme.

Björn Lüttmann (r) hört sich die Sogen an

Björn Lüttmann (r.) hört sich die Sogen an. Plass beklagt unter anderem, dass es keine Versicherung für Bauern gibt.

Quelle: Enrico Kugler

Wasserrechte sind für den Kartoffelanbau unheimlich wichtig. Umso weniger versteht Plass, dass die Renaturierung der Schnellen Havel über die Köpfe der Bauern hinweg durchgezogen wird. „Mir fehlt da einfach das Miteinander.“ Was der aus Niedersachsen stammende Landwirt auch bemängelt, ist der fehlende Versicherungsschutz für solche Regenfälle wie in diesem Sommer. „Dafür gibt es keine Police, keine Versicherung bietet so was an.“ An die Politik geht seine Frage: Warum gibt es keine Ernteversicherung? Andere Länder würden das vormachen. „In diesem Jahr brauchen wir nicht über Gewinne reden.“ Hätte er nicht noch mehrere Standbeine mit Getreide- und Maisanbau, landwirtschaftlichen Dienstleistungen, einer Biogas-Anlage und der Herstellung von digitalen Dünge-, Ernte- und Wasserkarten könnte der Neuholländer Landwirt bestimmt nicht mehr schlafen.

Info: In der sitzungsfreien Sommerpause unternahm Björn Lüttmann (SPD) eine „Bauerntour“ durch seinen Wahlkreis. Die MAZ begleitete ihn dabei.


Von Andrea Kathert

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