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Große Wände, wenig Schutz

Lärmschutz in der Niederheide Große Wände, wenig Schutz

Erst das jahrelange Ringen um besseren Lärmschutz am Sportplatz Niederheide, dann Irritationen um eine geringfügig vom Plan abweichende Lage der errichteten Schallschutzwände und dann das: Anwohner Klaus Cieslewicz spricht von einer „Fehlkonstruktion“.

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Vom Sportplatz in der Niederheide ist nicht mehr viel zu sehen – zu hören aber schon, behaupten Anwohner.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Erst das jahrelange Ringen um besseren Lärmschutz am Sportplatz Niederheide, dann Irritationen um eine geringfügig vom Plan abweichende Lage der errichteten Schallschutzwände und dann das: Anwohner Klaus Cieslewicz spricht von einer „Fehlkonstruktion“.

„Ich höre alle Geräusche vom Sportplatz wie vorher, als wenn es diese Wand gar nicht gäbe“, schreibt Cieslewicz in einem Brief an die MAZ. Die gleiche Wahrnehmung hätten auch seine Nachbarn. Betroffen sei die Lärmschutzwand parallel zur Hermann-Scheffler-Straße. „Bei der Wand zur Friedrich-Engels-Straße sieht es etwas besser aus.“ Gerhard Scheffler, der an der Ecke zur Hennigsdorfer Straße wohnt, habe eine völlig ungeschützte Einfahrt direkt vor dem Haus. Das Urteil von Klaus Cieslewicz ist vernichtend: „Für mich ist die Wand ’rausgeschmissenes Geld für ein völlig nutzloses Bauwerk, eine totale Fehlkonstruktion! Es sollte eine Lösung mit Hand und Fuß werden, nun geht der Streit weiter.“

Nur ein „Deckel“ würde völlige Ruhe bringen

Ihn erstaune es, wenn die Anwohner erwartet hätten, mit der Wand wäre nicht mehr vom Sportbetrieb zu hören, sagt Bauamtsleiter Michael Oleck. Die jetzt realisierten Schallschutzmaßnahmen seien erforderlich gewesen, „um alle gesetzlichen Grenzwerte nachweislich zu erfüllen“. Damit werde sämtlichen Vorgaben entsprochen. Die Sorgen, sich auf Bestandsschutz oder erweiterten Bestandsschutz berufen zu müssen, hätten sich damit erledigt. Jetzt sei ein Stand erreicht, dass er selbst bei einer juristischen Auseinandersetzung ruhig schlafen kann. Aber absolute Stille am Sportplatz Niederheide hieße, „einen Deckel draufzumachen“, sagt der Baufachmann.

Anfang August war die 3,5 bis 5 Meter hohe Lärmschutzwand fertiggestellt worden. Insgesamt rund 550 000 Euro hat die Stadt in das Projekt investiert. Doch trotz der pünktlichen Fertigstellung gilt die zeitweise Nutzungsuntersagung für den wichtigen Kunstrasenplatz über den Saisonstart hinaus. Beim Bau der Wandabschnitte kam es zu Standortabweichungen. Die betragen maximal 50 Zentimeter, sagte Michael

Zum Frust der Fußballer von Blau-Weiß galt die Nutzungsuntersagung auch nach Fertigstellung der Lärmschutzwand weiter

Zum Frust der Fußballer von Blau-Weiß galt die Nutzungsuntersagung auch nach Fertigstellung der Lärmschutzwand weiter.

Quelle: Robert Roeske

Oleck. Das Lärmschutzgutachten sei inzwischen überarbeitet und der Lageplan angepasst worden. Schalltechnisch ergäben sich allerdings „keinerlei andere Werte“ als in der ursprünglichen Planung. Die Unterlagen lägen derzeit zur Prüfung im Bauordnungsamt. Oleck: „Wir warten auf die Abnahme und die Rücknahme der Einschränkungen.“ Laut Nutzungsuntersagung des Landkreises darf der Kunstrasenplatz werktags von 20 bis 7 Uhr sowie sonn- und feiertags von 0 bis 24 Uhr (ganztägig) nicht benutzt werden.

„Lieblos und billig wurde etwas gebaut, weil man unter dem Druck der Unteren Bauaufsichtsbehörde stand“, meint Klaus Cieslewicz. Nun habe man den Salat „und das Problem noch lange nicht vom Hals“, prophezeit der Senior. Das Kernproblem ist aus seiner Sicht, dass der Platz an 365 Tagen im Jahr genutzt werde – wenn nicht von Vereinsmitgliedern, dann von Jugendlichen von der Straße.

Unendliche Geschichte

Der Sportplatz in der Niederheide existiert seit etwa 75 Jahren. 

Ein Problem mit der Lautstärke bekamen einige Anwohner vor 15 Jahren, nach dem ein Kunstrasenplatz angelegt worden war. Damals begann die Auseinandersetzung. 

Der Verein Blau-Weiß Hohen Neuendorf zählt derzeit 650 Mitglieder. 27 Mannschaften gibt es.

Von Helge Treichel

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