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Grünes Licht für die Lärmschutzwand

Entscheidung über Hohen Neuendorfer Sportplatz getroffen Grünes Licht für die Lärmschutzwand

Einige hatten Bauchschmerzen dabei, aber die Stadtverordneten haben am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit grünes Licht gegeben für den Bau einer Lärmschutzanlage sowie die nachträgliche Genehmigung des Kunstrasenplatzes und der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz in der Niederheide.

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Der umstrittene Kunstrasenplatz in der Hohen Neuendorfer Niederheide.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Einige hatten Bauchschmerzen dabei, aber die Stadtverordneten haben am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit grünes Licht gegeben für den Bau einer Lärmschutzanlage sowie die nachträgliche Genehmigung des Kunstrasenplatzes und der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz in der Niederheide. Die diesbezügliche Genehmigungsplanung wurde zur Kenntnis genommen und die Verwaltung mit dem Umsetzen der baulichen Maßnahmen beauftragt – vorbehaltlich der Baugenehmigung.

Dieser Beschluss, der mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gefasst wurde, ist ein Kompromiss zwischen den Lärmschutzinteressen der Anwohner und den Nutzungsinteressen der Fußballer vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf. Wird nicht gehandelt, droht eine Nutzungsuntersagung am Abend und am Sonntag.

Was sagen Sie zu dieser Entscheidung?

„Der Beschluss ist nachträglich von den Stadtverordneten erpresst worden, da sie bis zumBauantrag gar nicht eingebunden waren.“
Martin Korth, Anwohner

„Wenn es eine Nutzungsuntersagung gibt, werden sie von mir eine Klage dagegen im Sinne des Sportvereins bekommen.“
Klaus-Dieter Hartung

Genau dieses Szenario müsse verhindert werden, sagte Vizefraktionschef und Blau-Weiß-Trainer Matthias Rink (CDU): „Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes hat für mich Priorität.“ Als Ausweg blieben nur Lärmschutzmaßnahmen, „wenn wir die Schließung durch den Landkreis verhindern wollen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Josef Andrle. Sein zentrales Anliegen im doppelten Sinne: „Ich will, dass in der Niederheide Ruhe herrscht.“

Einer, der nicht Ruhe gibt, ist Martin Korth. Der Anwohner kritisierte zum wiederholten Male, dass bislang auf Bürgervorschläge nicht eingegangen wird. Bereits vor zwei Jahren habe er vorgerechnet, wie günstig es wäre, mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen – durch den Neubau eines Hortgebäudes für die Grundschule Niederheide. Das würde die geplante Dreizügigkeit ermöglichen und zugleich für Lärmschutz sorgen. „Darüber wurde nicht einmal gesprochen“, ärgert sich Korth. Aber auch die stattdessen geplante Fünf-Meter-Lärmschutzwand mit ihrer teilweisen Holzbeplankung sowie den Unterbrechungen und Sichtfenstern entspricht nicht den Vorstellungen einiger Anwohner. „Eine erdgefüllte Wand mit Bepflanzung würde einen deutlich besseren Schallschutz ermöglichen“, sagt Korth.
Natürlich gäbe es „berechtigte Einsprüche zum Lärmschutz“, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Die Linke). Aber der Sportplatz sei auch „nicht in kürzester Zeit vom Himmel gefallen“. Vielmehr stamme dieser aus dem vergangenen Jahrhundert. Und die Leute seien im Wissen um seine Existenz hergezogen.

„Mit Nein zu stimmen, wäre eigentlich richtig gewesen. Ich fühle mich unwohl mit der Entscheidung.“
Marita Klempnow, Stadtverordnete B90/Grüne

„Ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Nun muss es schnell an die Umsetzung gehen, damit wir uns wieder dem Fußball widmen können.“
Lutz Kiehne, Vereinschef

Einer, der seit Jahrzehnten zu den Anwohnern zählte, ist Klaus Cieslewicz. „Die Problematik ist erst im Jahr 2000 mit dem Kunstrasenplatz entstanden“, sagt er. Die Belastung, die vom „Kartoffelacker“ ausging, sei nicht der Rede wert. Aber seitdem werde an sieben Tagen in der Woche von früh bis spät abends gespielt.

Sie sei nicht gegen Lärmschutz, aber „gegen die Ausführung dieser Maßnahme“, begründete Jutta Lindner (SPD) ihr „Nein“ zum Beschlussvorschlag – auch mit Blick auf die erwähnte Hort-Lösung. Die Stadtverordneten seien unter Druck gesetzt worden, „sogar mit einem Spielverbot“.

Von Helge Treichel

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