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Oberhavel Grundschulleiterin verabschiedet
Lokales Oberhavel Grundschulleiterin verabschiedet
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10:03 22.02.2018
Herzlicher Abschied für Ilona Petrausch. Quelle: Robert Roeske
Hohen Neuendorf

Das ist ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten: Alle 338 Kinder der Grundschule Niederheide führen am Freitag in der Turnhalle einen Abschiedstanz für Schulleiterin Ilona Petrausch auf. Für die 63-Jährige endet mit dem Schuljahr auch ihr Berufsleben. Am Mittwoch hat sie ihren letzten offiziellen Schultag – und danach nur noch Ferien!

„Das ist genial“, ruft sie den Kindern zu, als sie ihren zugewiesenen Platz auf dem Kasten-Podest einnimmt und die ersten Takte des funkigen Pop-Titels mittanzt. Die Sportlehrer hatten die Choreographie mit ihren Schützlingen in den vergangenen drei Monaten heimlich einstudiert. Nur eine einzige gemeinsame Probe sei möglich gewesen, damit die ganze Sache nicht auffliegt, sagt Konrektorin Tanja Gruber. Sie weiß genau, wie schwer ihrer Chefin der Abschied fällt. „Das ist ihr Baby“, sagt sie mit Blick auf die noch junge Schule, die im vergangenen Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feierte.

Die knapp 340 Kinder bei ihrem beeindruckenden Abschiedstanz. Quelle: Robert Roeske

Ilona Petrausch, die seit 1981 im Schuldienst ist und zunächst in Hennigsdorf unterrichtete, leitete ab 1994 die Hohen Neuendorfer Gesamtschule und die Oberschule im Gebäude der „Roten Schule“. Nach der Schließung dieser Einrichtung kam ihr 2006 die Aufgabe zu, an Ort und Stelle eine neue Grundschule für Hohen Neuendorf aufzubauen – erst konzeptionell und alsbald auch bauplanerisch. Denn die Schulleiterin brachte ihre Vorstellungen aktiv ein, als die Architekten den hochmodernen Neubau in der Niederheide konzipierten. 2011 war der Umzug.

Das sei ein einmaliges Ereignis in einem Lehrerleben, ein solches Projekt umsetzen zu dürfen, sagt Ilona Petrausch. „Man konnte sich verwirklichen, wir haben alles neu gemacht“, sagt sie und ergänzt: „Unser Erfolgsrezept war Flex, da haben wir viel Kraft und Zeit reingesteckt.“ Gemeint ist die flexible Schuleingangsphase, mit der die zunehmend unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen der Abc-Schützen kompensiert werden. Sonderpädagogik war zuletzt der Schwerpunkt der Deutsch-, Mathe- und Sport-Lehrerin. Außerdem sei im Schulkonzept festgeschrieben, dass die Schule als Ganzes „ein lernendes System“ sei. Das bedeute, dass Lehrer bereit sind, Neues auszuprobieren und ihre Arbeitsweise zu verändern, so Ilona Petrausch.

Auch Bürgermeister Steffen Apelt erschien mit der halben Verwaltungsspitze zum Abschied. Quelle: Robert Roeske

„Sie müssen vieles richtig gemacht haben“, sagt Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) beim gestrigen Verabschiedungsfest unter dem Eindruck der vielstimmigen Dankbarkeit und Herzlichkeit, die der scheidenden Rektorin entgegengebracht werden. Dass es sich um einen ganz speziellen Fall handele, beweise schon die Anwesenheit der halben Verwaltungsspitze, so der Bürgermeister.

Die Grundschule Niederheide

Die Grundschule nahm im Schuljahr 2006/2007 im Gebäude der „Roten Schule“ mit zwei ersten Klassen ihren Betrieb auf.

Da Hohen Neuendorf, ein beliebtes Zuzugsgebiet für Familien mit Kindern ist, war die Eröffnung einer zweiten Grundschule nötig.

Im Juni 2011 konnte von Kindern und Lehrern das neu errichtete energieeffiziente Schulgebäude in der Niederheide bezogen werden.

„Ich finde total irre toll, was wir für eine super Schulgemeinschaft sind“, ruft sie den Kindern zu. Das beweise allein schon der Tanz. Diese Aktion habe ihr diesen merkwürdigen Abschiedstag gerettet. Ihr Dank gilt den Kollegen, Eltern und natürlich den Kindern. „Ohne euch wäre ich nicht die Schulleiterin, die ich geworden bin.“ Und sie dankt den Stadtvertretern für die geschaffenen Lern- und Lehrbedingungen: „Solche Schule hat nicht jeder, die haben nur wir!“

Uuuund: Action! Quelle: Robert Roeske

Warum sie gerade jetzt Abschied nimmt? „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, sagt Ilona Petrausch. Sie wolle sich jetzt mehr Zeit für die Familie nehmen. Zunächst steht ein dreiwöchiger Urlaub im Schwarzwald an. Zudem warten vielfältige Aufgaben zu Hause in Borgsdorf, wo sie seit 1960 wohnt. „Fenster streichen und Keller trockenlegen.“ Zudem möchte sie sich mit Radfahren und Skyken fit halten (Skilanglauf auf Rollen). Außerdem fahre sie ja auch noch zur nächsten Klassenfahrt mit. Ihr Versprechen: „Ich bin hier nicht aus der Welt!“

Flotter Abgang der Sportlererin und früheren Trainerin für Wasserspringen. Quelle: Robert Roeske

Von Helge Treichel

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