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Oberhavel Heilstätten sorgen im Kino für Grusel
Lokales Oberhavel Heilstätten sorgen im Kino für Grusel
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00:33 02.03.2018
Der Horrorfilm „Heilstätten", unter anderen mit Tim Oliver Schultz (l.), wurde im Februar und März 2017 am Grabowsee bei Friedrichsthal gedreht. Quelle: 20th Century Fox
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Oranienburg

Der Kinofilm „Heilstätten“ läuft eine knappe halbe Stunde. Da wird es zum ersten Mal gruselig. Im Oranienburger Kinosaal bleibt es mucksmäuschenstill. Es wird spannend, der Horror schleicht langsam in die Geschichte. Gedreht wurde der Streifen auf dem Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte am Grabowsee bei Oranienburg – im Februar und März 2017. Die fiktive Handlung ist schnell erzählt: Eine Gruppe jugendlicher Videostars („YouTuber“), deren Leben sich vor allem in Internet und sozialen Medien abspielt, bricht auf das Gelände einer Heilstätte ein, um dort 24 Stunden auszuharren und Gerüchten paranormaler Aktivitäten nachzugehen. Schon bald merkt die Gruppe, dass auf der verlassenen Anlage einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Das Ende des Films ist überraschend und lässt Fragen offen.

Schauspielerin Nilam Farooq in einer Filmszene auf dem Heilstättengelände. Quelle: fox

Produzent und Regisseur bei Abendvorstellung in Oranienburg dabei

Produzent Till Schmerbeck und Regisseur Michael David Pate waren Sonntagabend „mit freudigem Gefühl“ zur Abendvorstellung in den Filmpalast nach Oranienburg gekommen. „Ein bisschen wie zu Hause“ sei es hier, zumal „die erste Szene des Films in diesem Kino aufgenommen wurde“, wie Schmerbeck berichtete. Beide Filmprofis standen den rund 200 Zuschauern Rede und Antwort, wenngleich Nachfragen aus dem Publikum nur spärlich kamen. Eine Fragerunde im Anschluss an den Film hätte wohl für eine lebhafte Diskussion gesorgt, Potenzial dafür bot der Film reichlich. So erklärten Schmerbeck und Pate lediglich, dass die Drehort-Entscheidung am Grabowsee vor allem eine logistische gewesen sei. „Wir haben uns mehrere Heilstätten angeschaut und hätten den Film überall drehen können. Die Nähe zu Berlin und die absolute Ungestörtheit auf dem Gelände gaben am Ende den Ausschlag.“ Zumal die verlassenen Gebäude „die Historie förmlich greifbar machen“.

Erstmals aus Deutschland – „Found Footage“-Film

Das Potenzial der Anlage nutzt der Film gut aus. Das„Found Footage“-Konzept des Films – er besteht aus Aufnahmen, die verstorbenen oder vermissten Personen zugeordnet werden und von diesen selbst gedreht wurden – unterstützt das Ansinnen. „Solch einen Film gab es in Deutschland noch nie. Wir wollten etwas Neues machen“, erklärt Pate die Machart des Streifens.

Die Drehlocation: Heilstätten Grabowsee in der MAZ-Bildergalerie

Die rund 30 Gebäude auf dem Gelände der einstigen Lungenheilstätte am Grabowsee machen Geschichte erlebbar. Sie versprühen einen ganz besonderen, morbiden Charme. Der Berliner Verein Kids Globe e.V. möchte die Anlage zukünftig zukünftig für Kinder und Jugendliche nutzbar machen.

Der solle nicht nur unterhalten, sondern dem jungen Publikum auch Denkanstöße geben. „Social Media hat die Welt verändert, mit positiven, aber auch negativen Auswirkungen“, findet Pate. „Was gucke ich mir an? Was lade ich hoch? Unsere Kinder bilden sich heute selbst über das Internet weiter. Als Vater sehe ich das durchaus kritisch.“ Die im Film auftretenden Social-Media-Stars lässt der Regisseur mächtig überspitzt auftreten. Ob seine „Message“ bei den jugendlichen Kinobesuchern (freigegeben ist der Film ab 16 Jahren) tatsächlich ankommt, sei dahin gestellt.

Beelitzer Heilstätten befürchten nach Film neuen Gruseltourismus

Die Aufregung seitens der Beelitzer Heilstätten ob des Films und damit verbundener neu erwarteter Randalierer und Gruseltouristen auf deren Gelände verstehen beide Filmemacher überhaupt nicht. Schließlich sei die Aussage des Films doch völlig klar: „Geht nicht illegal in die Heilstätten.“

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Von Nadine Bieneck

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