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Gullydeckel-Werfer steht wieder vor Gericht

Staatsanwaltschaft Neuruppin findet erstes Urteil zu milde Gullydeckel-Werfer steht wieder vor Gericht

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Gullydeckel-Werfer wird neu aufgerollt. Der erste Schuldspruch war der Staatsanwaltschaft zu milde, sie ging in Revision. Seit Montag wird vor dem Landgericht Neuruppin neu verhandelt. Angeklagt ist ein 32 Jahre alter Mann aus Birkenwerder (Oberhavel). Der Auftakt war aber nur ein kurzes Intermezzo.

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Am Montag wird in Neuruppin weiter verhandelt.
 

Quelle: dpa

Neuruppin.  Eigentlich sollte am Dienstag das Verfahren gegen den 32-jährigen Martin S. aus Birkenwerder vor dem Landgericht Neuruppin beginnen. Von diesem war der gebürtige Eisenhüttenstädter im Mai 2013 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt worden.

Für die erste große Strafkammer stand damals fest, dass Martin S. derjenige war, der am 22. Oktober 2012 zwei Gullydeckel mit einem Gewicht von je 41,5Kilogramm über das Geländer der Fußgängerbrücke am Wensickendorfer Weg bei Birkenwerder auf die A10 geworfen hat. Dadurch waren fünf Fahrzeuge beschädigt worden. Als die Polizei am Tatort eintraf, stieß sie auf Martin S. und einen Kumpel. Beide boten sich als Zeugen an. Doch bereits kurze Zeit später kamen dem Kriminalbeamten erste Zweifel an der Version von Martin S., er sei versehentlich im Dunklen in den offenen Gullyschacht getreten. Sein Verteidiger ging von der Unschuld seines Mandanten aus. Er hatte einen Freispruch beantragt, weil es kein Motiv gebe, sein Mandant wegen eines Rückenleidens keine schweren Lasten heben könne und er eine Spinnenphobie habe.

Die Staatsanwaltschaft dagegen hatte im ersten Verfahren eine Strafe von sechs Jahren gefordert. Sie sah in der Tat noch zusätzlich einen versuchten Mord. Es sei Glück gewesen, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Jeder wisse, wie gefährlich es sei, Gegenstände auf die Autobahn zu werfen, hatte Staatsanwalt Kai Clement damals seinen Antrag begründet. Die Anklagebehörde war mit dem Urteil nicht einverstanden und ging in Revision. Der Bundesgerichtshof hob daraufhin das Urteil auf. Die dritte große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin hat nun erneut zu prüfen, ob eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und wegen eines versuchten Tötungsdeliktes in Frage kommt.

Doch gestern kam es noch nicht einmal zu einer Verlesung der Anklage. Verteidiger Jens Mader beantragte die Unterbrechung der Verhandlung, um erst einmal die Gerichtsbesetzung zu prüfen. Grund: Die Geschäftsstelle hatte dem Verteidiger eine nicht zu diesem Verfahren gehörende Besetzungsliste der Strafkammer zugeschickt. Danach besteht die Kammer aus zwei Berufsrichtern und zwei Schöffinnen. Tatsächlich verhandeln aber drei Berufsrichter und ein Schöffe und eine Schöffin. Mader kündigte an, dass sein Mandant am kommenden Verhandlungstag Angaben zur Sache machen wolle. Zudem regte er an, eine Fernsehaufzeichnung im Gerichtssaal zu zeigen. Martin S. war, gleich nachdem bekannt wurde, dass Gullydeckel auf der Autobahn lagen, interviewt worden. In welcher Verfassung er gewesen sei, könne für den psychiatrischen Gutachter interessant sein, so Mader. Eine Entscheidung darüber behielt sich das Gericht vor.

Am Montag wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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