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Oberhavel Gunther Emmerlich verzaubert Oranienburger
Lokales Oberhavel Gunther Emmerlich verzaubert Oranienburger
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16:20 29.02.2016
Opernsänger Gunther Emmerlich las brillant vor. Quelle: Helmut Schneider
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Oranienburg

„Ich war das letzte Mal vor acht Jahren hier und habe Sie alle gleich wieder erkannt “, begrüßte gut gelaunt Gunther Emmerlich seine Gäste am Sonntag in der ausverkauften Orangerie. Nach einer kurzen Flamenco-Einleitung auf der von Frank Fröhlich gespielten Gitarre, begann der beliebte Sänger und Entertainer aus seinem 2010 erschienenen zweiten Buch „Zugabe“ zu lesen.

Über den Wert einer Zugabe für einen Künstler heißt es darin: eine Zugabe ist befriedigend, zwei wären gut und drei sind eine 1. „Nun wissen sie, was sie am Ende des Programms zu tun haben“, sagte Emmerlich. Eine Steigerung wäre, wenn der Künstler beim Betreten der Bühne vom Publikum stehend mit Applaus empfangen würde, heißt es weiter in dem Buch. „Das haben Sie allerdings schon versäumt“, kritisierte augenzwinkernd der 72-Jährige. Zugabe ist also Lob, aber mit dem Loben sollte man vorsichtig sein. So habe ihm eine begeisterte Dresdnerin anerkennend mit den Worten „ihre Stimme ist indiskutabel“ auf die Schulter geklopft.

Gitarrist Frank Fröhlich spielte virtuos. Quelle: Helmut Schneider

In dieser Art folgten Geschichten mit heiteren Pointen, die von dem Opernsänger mit seiner sonoren Bassstimme brillant vorgelesen wurden. Darunter auch schon welche aus seinem demnächst erscheinenden dritten Buch. Er greift gern auf kleine alltägliche und mit seinem Beruf als Opernsänger und Entertainer verbundenen Erfahrungen zurück. So schreibt er über ein Zusammentreffen mit dem 100-jährigen Johannes Heesters in Dresden. Emmerlich brachte ihm nach dessen Auftritt ein Wasser brachte. Heesters verlangte aber ein Bier, um dann noch weitere drei zu trinken. Danach fragte er nach Nordhäuser Doppelkorn und Rotwein – dabei rauchte der Alte etliche Zigaretten. Wie kann man als Sänger rauchen? Das wäre er oft gefragt worden, las Emmerlich weiter. Seine Antwort überließ er Caruso – der berühmte Tenor war Kettenraucher: „Einem guten Sänger schadet es nicht, einem schlechten hilft es nicht“. Zwischen diesen humorigen Kapiteln konnte der Gitarrist Frank Fröhlich sein virtuoses Können aufblitzen lassen, dass er unter anderem mit dem „Entertainer“ von Scott Joplin programmatisch begann. Darüber hinaus begleitete er souverän den Gesang von Gunther Emmerlich, der auch selbst zur Gitarre griff. So erklangen Ohrwürmer wie „Man müsste noch mal zwanzig sein“, „Bei mir bist du scheen“ (mit eigenem Text über das Essen), „Old Man River“, aber auch eine frivole Ballade über den heiligen Antonius oder ein Gospelsong über den Bau der Arche Noah.

Nachdenklich stimmte Emmerlichs Geschichte „Reha im Advent“ über seinen Aufenthalt nach einer Herzoperation in einer Klinik an der Ostsee. Wie er dort mit zwei schwer Krebskranken Skat spielt, stimmte schon traurig. Es folgten aber wieder viele fröhliche Episoden, beispielsweise über das Altwerden, über Kollegen, Spitznamen und vieles mehr, die die zwei Stunden im Fluge vergehen ließen. Das Publikum erzwang drei Zugaben – also Note 1 – die beide Künstler gern erfüllten. Dabei tat sich Frank Fröhlich mit einer eigenen Komposition besonders hervor, wobei er den Gitarrenkorpus so percussiv bearbeitete, dass mancher Schlagzeuger vor Neid erblassen könnte.

Von Helmut Schneider

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